Wenn ich groß bin möchte ich Abu Bakr werden - Vorbilder

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Vorbilder 

In seinem Buch Risalaat Al Mu’allim berichtet uns Jamal Abideen, dass Mädchen oder Jungs schon im Alter von zwei Jahren – vielleicht auch schon früher – anfangen, alles nachzuahmen, was sie sehen. Mit fünf oder sechs Jahren – wenn das Kind im Kindergarten oder der ersten Klasse ist – erreicht es einen Höhepunkt in der Nachahmung aller Dinge, die es sieht, sei es gut oder schlecht. Danach nimmt die Nachahmung ab, jedoch fährt es fort, eine besonders dynamische Rolle in der Entwicklung des Kindes zu spielen. 

Ibn Khaldun schreibt in seiner Muqaddimah über diesen Sachverhalt: “Am meisten werden Kinder von Vorbildern beeinflusst. In frühen Jahren denken Kinder, dass alles, was Eltern tun, gut und richtig ist. Und dass ihre Eltern die Besten und Perfektesten unter den Erwachsenen sind. 

Kinder lernen nicht durch zureden, sondern am Beispiel. Wie gewichtig mag wohl die Vorschrift, zu fasten, für ein Kind sein, wenn die Eltern oder selbst der Lehrer ein Sandwich essen? Aus diesem Grund ist es bei Allah (swt) verhasst und abscheulich, dass eine Person das Gute gebietet, sich selbst aber nicht daran hält. Tatsächlich haben seine Worte einen geringen Wert, solange seine Handlungen und Befehle widersprüchlich sind: 

“Es preist Allah, was in den Himmeln und was auf der Erde ist; und Er ist der Erhabene, der Allweise. O ihr, die ihr glaubt, warum sagt ihr, was ihr nicht tut? Höchst hassenswert ist es vor Allah, dass ihr sagt, was ihr nicht tut.“ [QS: 61:1-3] 

Der Gesandte Allahs (sallAllahu `alaihi wa sallam) sagte:”Am Tage der Auferstehung wird ein Mann vorgebracht und dann ins Höllenfeuer geworfen. Die Bewohner des Feuers werden sich um ihn scharen und ihn fragen: ’O soundso! Was ist los? Warst du nicht derjenige, der den Menschen sagte, sie sollen Gutes tun und sich vom Schlechten abwenden?!’ Er wird antworten:’ Ja, ich verlangte von den Menschen, dass sie Gutes tun, ich selbst aber tat es nicht, und ich verlangte von den Menschen, das Schlechte zu unterlassen, ich selbst aber hielt mich nicht fern davon!’“ [Sahih Muslim] 

Dass diese Warnung so hart ist, kommt von der hässlichen Narbe, die der Persönlichkeit eines Kindes zugefügt wird, wenn es sieht, dass seine Vorbilder das Falsche tun und nicht das Richtige. Wenn wir nicht dem folgen, wovon wir überzeugt sind, könnten wir am Tage der Auferstehung das Leben von Dutzenden zerstören. 

Auf dieser Suche nach unserem Vorbild wenden wir uns dem strahlenden Licht zu – Abu Bakr As-Siddiq - Radi Allahu Anhu -. 

Als der Prophet (sallAllahu `alaihi wa sallam) seine erste Offenbarung bekam, war der erste Mann, an den er sich wandte, sein bester Freund; Abu Bakr - Radi Allahu Anhu -. Als Abu Bakr - Radi Allahu Anhu - hörte, dass Muhammad (sallAllahu `alaihi wa sallam) als Prophet auserwählt worden war, verkündete er sofort: “Nie habe ich eine Lüge von ihm gehört. Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer Allah und dass Muhammad sein Gesandter ist.“ Später sagte der Prophet (sallAllahu `alaihi wa sallam) : “Es gibt niemanden, dem ich vom Islam erzählt habe und der nicht mit mir über Dinge stritt, außer Abu Bakr.“ 

Mit den wenigen Versen, die er kannte, begann Abu Bakr - Radi Allahu Anhu - zu dieser Religion des Islam einzuladen. Bald wurde er von Seinesgleichen wie Uthman, Az-Zubayr, AbdarRahman ibn Auf, Sa’d, Abu Ubadah und Talha begleitet und unterstützt – sechs der zehn Männer, denen das Paradies zu ihren Lebzeiten versprochen wurde. Und am Tage der Auferstehung werden sie alle in Abu Bakrs Buch der guten Taten erwähnt werden. 

In den frühen Zeiten des Islam lief Abu Bakr - Radi Allahu Anhu - durch die Märkte und an den Häusern vorbei, um all die muslimischen Sklaven zu beobachten, die gefoltert wurden. Er beobachtete, wie Umayyah Bilal in die sengende Hitze der Wüste zerrte – und das zur Mittagsstunde, der heißesten Zeit des Tages. Umayyah drückte Bilal auf den brennend heißen Boden und setzte ihm einen Felsblock auf die Brust, um seine Qualen zu steigern. Bilal sagte nichts anderes als: “Ahad, ahad – Einer, nur Einer!“ Abu Bakr - Radi Allahu Anhu - beobachtete ihn und flüsterte Bilal zu: “Yunjika al-Wahidul Ahad – Möge der Eine (Allah) dich beschützen!“ 

Abu Bakr - Radi Allahu Anhu - ging zu Umayyah und bat ihn, ihm Bilal für fünf Okka Gold (eine Gewichtseinheit) zu verkaufen; Umayyah war überrascht über diesen Betrag und stimmte eilig zu: “Nimm Bilal, er taugt nichts!“ Nachdem das Geschäft abgeschlossen war, kicherte Umayyah: “Auch, wenn du nicht mehr als eine Okka gezahlt hättest, hätte ich ihn dir verkauft.“ Und Abu Bakr - Radi Allahu Anhu - antwortete: “Und wenn du ihn für nicht weniger als einhundert Okka verkauft hättest, hätte ich ihn trotzdem gekauft!“ 

Böse Zungen verbreiteten – wie immer – ein Gerücht über Bilals Befreiung durch Abu Bakr - Radi Allahu Anhu -, nämlich, dass er dies nur getan hatte aufgrund eines Gefallens, den er ihm schuldete. Im Qur’an, in Versen, die bis ans Ende der Zeit rezitiert werden, legt Allah Abu Bakrs Beweggründe offen dar: 

„…, der sein Vermögen hergibt, um sich zu reinigen, und der keinem eine Gunst schuldet, die zurückgezahlt werden müsste, außer dem Streben nach dem Wohlgefallen seines Herrn, des Allerhöchsten. Und er wird wohl zufrieden sein.“ 

[QS: 92:18-21] 

Lest den letzten Vers noch mal. Allah sagt zu Abu Bakr - Radi Allahu Anhu -, dass Er ihn wohlzufrieden machen wird. Allahu Akbar. Stellt euch vor, Allah (swt) sagt das zu euch. Was, in dieser Welt, wäre für euch wertvoller, als diese eine Ayah? 

Es war Abu Bakr - Radi Allahu Anhu -; es war der Kalif des Gesandten Allahs (sallAllahu `alaihi wa sallam) . Als `Amr ibn Al-Aas Muslim wurde, setzte ihn der Gesandte Allahs (sallAllahu `alaihi wa sallam) an die Spitze einer der muslimischen Armeen. `Amr glaubte, das war nur deshalb so, weil der Gesandte Allahs (sallAllahu `alaihi wa sallam) ihn am meisten liebte. Nachdem die Armee zurückgekehrt war, ging er zum Propheten (sallAllahu `alaihi wa sallam) , setzte sich zu ihm und fragte ihn, so dass alle dessen Antwort hören konnten: “Wen liebst du am meisten?“ Der Gesandte (sallAllahu `alaihi wa sallam) antwortete: “Aisha“, seine Frau. Verwirrt fragte `Amr: “Nein, nein. Wen von den Männern?“ Er sagte: “Ihren Vater“. Abu Bakr - Radi Allahu Anhu -.