Wenn ich groß bin möchte ich Abu Bakr werden - Teil II

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Teil II 

Wer sind unsere Vorbilder? 

Habt ihr euch mal zu euren Kindern oder denen eurer Nachbarn gesetzt? Gebt ihnen einen Basketball, setzt den Korbrand niedriger (?) und hört zu, was sie sagen. Alle werden – mit wenigen Ausnahmen – den Namen eines ungläubigen Basketball-Spielers ausrufen, während sie sich die Punkte holen. Du wirst hören, wie sie den Namen von Michael Jordan laut ausrufen und die Anderer; Namen, die von Herzen kommen, währen sie begeistert den Ball auf dem Boden prellen. 

Hört gut zu; unschuldig, wie sie sind, rufen sie der Welt zu: “Ich will ein ungläubiger Basketball-Spieler werden, wie dieser ungläubige Jordan.“ Seid nicht überrascht, dass sie, wenn sie die Uni erreichen, nachdem sie ihre kostbare Jugend verloren haben, einen Ball unglaublich präzise im Korb versenken können, aber die Al-Fatiha nicht lesen können, ohne dabei umherzutasten wie ein Baby. 

Am Tage der Auferstehung werden diese Unterhaltungs-Idole all jene ablehnen, die sie zum Vorbild nahmen und ihre Sünden nachahmten. Interessanterweise, drehte Reebock eine Werbesendung mit einem dieser Idole, der einen Korb machte; am Ende der Reklame geht dieser auf die Kamera zu und sagt: “Nur weil ich einen Korb mache, heißt das noch lange nicht, dass ich eure Kinder erziehen muss!“ Subhan Allah, wenn Kinder und Eltern doch nur verstehen würden, was er sagt. 

Schaut euch die wahren Vorbilder an, und die Kinder, die sie als solche sehen. Aisha - Radi Allahu Anhu - erzählte, dass der Gesandte Allahs (sallAllahu `alaihi wa sallam) sie für gewöhnlich morgens und abends besuchte. Doch eines Tages kam er zur Mittagszeit – eine Zeit, die bedeutete, dass etwas Ungewöhnliches vor sich ging. Abu Bakr - Radi Allahu Anhu - öffnete die Tür und der Gesandte Allahs (sallAllahu `alaihi wa sallam) verkündete, dass Allah (swt) ihm die Erlaubnis gegeben hatte, nach Medina auszuwandern. Abu Bakr - Radi Allahu Anhu - sprang auf: “Zusammen, ya Rasul Allah, zusammen?!“ Und der Prophet antwortete: “Zusammen.“ Abu Bakr - Radi Allahu Anhu - begann, zu weinen. Aisha bemerkte: “Ich hätte nie geglaubt, dass ein Mensch vor Freude weinen würde, bis ich an diesem Tag meinen Vater weinen sah, als er erfuhr, dass er mit dem Propheten (sallAllahu `alaihi wa sallam) die Hijra machen würde.“ 

Betrachtet das Ereignis der Hijra, und ihr werdet sehen, dass alle betroffenen Personen, außer Abu Bakr - Radi Allahu Anhu -, noch sehr jung waren. Aisha und ihr Bruder Abdar-Rahman. Abu Jahl schlug Asmaa’ ins Gesicht, als sie sich weigerte, ihm zu verraten, wo ihr Vater war. Der Führer, der sie nach Medina begleitete, war auch ein kleiner Junge. SubhanAllah, diese Kinder wuchsen auf, um dann unter den großartigsten Menschen zu sein, die je die Erde betraten. Wie könnte es nicht so sein, wenn sie doch die größten Vorbilder hatten: den Gesandten Allahs (sallAllahu `alaihi wa sallam) und Abu Bakr - Radi Allahu Anhu -. 

Nach mehr als zehn Jahren Da’ wah und Jihad in Medina, als der Prophet gestorben war, rief `Umar die Menschen an, schärfte sein Schwert und sprach: “Muhammad ist nicht tot. Er ging zu seinem Herrn genauso, wie Musa zu seinem Herrn ging. Wie Musa, wird auch er wieder zurückkommen. Und wenn er wieder da ist, wird er all jene töten, die behauptet haben, er sei tot.“ Die Nachricht über den Tod des Propheten (sallAllahu `alaihi wa sallam) erreichte Abu Bakr - Radi Allahu Anhu -. Er bereitete sich vor und ritt auf seinem Pferd zum Hause des Propheten. Dort lag der Gesandte Allahs (sallAllahu `alaihi wa sallam) eingehüllt in ein Tuch. Abu Bakr - Radi Allahu Anhu - nahm das Tuch weg und küsste den Propheten (sallAllahu `alaihi wa sallam) : “`Tibta hayyan wa mayyitan – du bist gesegnet im Leben, wie auch im Tod.“ Dann ging er hinaus, während `Umar noch zu den Leuten sprach. “Setz dich hin, `Umar!“ sagte Abu Bakr - Radi Allahu Anhu -. Dann preiste er Allah und begann: “Wer auch immer Muhammad verehrte, lasst ihn wissen, dass Muhammad tot ist. Und wer Allah verehrt, lasst ihn wissen, dass Allah lebt und niemals sterben wird.“ Dann rezitierte er die Verse: 

“Und Muhammad ist nur ein Gesandter; schon vor ihm gingen die Gesandten dahin. Und ob er stirbt oder getötet wird – werdet ihr auf euren Fersen umkehren? Und wer auf seinen Fersen umkehrt – nimmer schadet er Allah etwas; aber Allah wird wahrlich die Dankbaren belohnen.“ [QS: 3:144] 

`Umar erzählte: “Als ich diese Verse hörte, wurden meine Knie ganz weich und ich fiel zu Boden. Mir wurde klar, dass der Gesandte Allahs (sallAllahu `alaihi wa sallam) gestorben war.“ 

Bald darauf entsandte Abu Bakr - Radi Allahu Anhu - die Armee unter der Leitung von Usamah. Usamah war zu der Zeit achtzehn Jahre alt, ein Alter, in dem sich unsere Jugend in der zwölften Klasse befindet. Er führte eine ganze muslimische Armee, bekämpfte die Römer und kehrte siegreich nach Hause, nachdem er die fürchten ließ, die vorhatten, die Muslime in Medina anzugreifen. 

Als Usamah Medinah verließ, ging Abu Bakr - Radi Allahu Anhu - neben dessen Pferd und begleitete ihn. Usamah sagte: “Entweder solltest du mit mir reiten oder ich sollte absteigen und mit dir laufen.“ Doch Abu Bakr - Radi Allahu Anhu - lehnte ab: “Du solltest nicht absteigen und ich sollte nicht reiten. Was schadet es mir, wenn meine Füße für eine Stunde des Tages verstauben für die Sache Allahs (swt).“ Wahrlich, Usamah erreichte diese Position, weil er Vorbilder wie Abu Bakr - Radi Allahu Anhu - hatte. 

Muslime verstanden die Ernsthaftigkeit der Vorbilder, die ihre Kinder hatten. `Amr ibn Utbah (rahimahullah) wies den Lehrer seines Sohnes an: “Lass die erste Verbesserung an meinem Sohn die Verbesserung deiner Selbst sein. Wahrlich, ihre Augen sind an deine gebunden. Für sie ist alles, was du tust, gut, auch, wenn es schlecht ist. Und schlecht ist für sie alles, was du nicht tust, auch, wenn es eigentlich gut ist.“ 

Viele Eltern haben den Punkt verstanden, dass sie die richtigen Vorbilder für ihre Kinder auswählen müssen. Hier ein Beispiel, mit dem wir abschließen wollen: In einer Kindergarten-Gruppe saß ein nicht-muslimischer Lehrer mit den Kindern zusammen und fragte jeden von ihnen, was sie werden wollten, wenn sie erwachsen sind. Einer sagte: “Ich will Polizist werden!“, ein anderer rief: “Ich will Feuerwehrmann werden!“ Dann erhob ein muslimischer Junge die Stimme: “Ich möchte ein Sahabi werde!“ Ein was ?! 

Beim Elternabend fragte der Lehrer die Eltern über diesen Sahabi, der ihr Sohn werden wollte, wenn er groß ist. Sie sagten: Wann immer sie die Gelegenheit dafür haben, lesen sie ihm Geschichten über die Gefährten des Propheten vor. Sie sind zu seinen Vorbildern geworden. Und wenn er älter wird, möchte er genauso werden, wie die Sahabi! 

Ist es nicht das, was wir auch für unsere Kinder wollen?!