Die Wahrheit

Bewertung: 4 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern inaktiv
 

Im Namen Allahs,
des Allerbarmers, des Barmherzigen

Die Wahrheit

Dieses kleine Buch ist denjenigen gewidmet, deren Fragen bislang unbeantwortet blieben. Mit Fragen meine ich jene, die sich mit dem Woher, Warum und Wohin beschäftigen. Und kein denkender Mensch hat bzw. wird diese Welt verlassen ohne sich mit diesen fundamentalen Fragen auseinandergesetzt zu haben. Diese gewichtigen Fragen, die man zusammen mit allen Fragen, die jemals in der Menschheitsgeschichte gestellt wurden bzw. noch werden, nicht aufwiegen kann, sind der reale Beweis für die Gleichheit aller Menschen - ob gelb, rot, schwarz oder weiß, Mann oder Frau, reich oder arm, Deutscher oder Mongole. Oder wo liegt der Unterschied zwischen einem Deutschen und einem Mongolen? Beide riechen, schmecken, tasten, sehen, hören; alles Grundvoraussetzungen um die Vielfalt dieser Welt überhaupt erfassen zu können. Und hat je ein Wissenschaftler bewiesen, dass die Anatomie des Deutschen verschieden von der des Mongolen ist? Folglich stellt sich die Frage, warum diese Menschen durch Linien getrennt wurden? Die einzig plausible Erklärung für mich ist, dass Interessen und Absichten diese Individuen zusammengeführt haben. Das Argument der äußeren Unterscheidung vor allem bezüglich der Hautfarbe ist deshalb haltlos, weil eine unnatürliche Linie z.B. die Deutschen von den Österreichern trennt, wo sie sich doch äußerlich in keinster Weise unterscheiden und sogar die identische Sprache sprechen. So gelange ich zu jener Schlussfolgerung, die sich vornehmlich auf die Interessen und Absichten des Menschen beziehen.

Im Klartext: Eintausend Menschen sollen ähnliche Absichten und Interessen haben, wobei jene Zahl nur den Umfang eines schmeichelhaften Dorfes eines jeden Staates beschreiben könnte. Und tatsächlich existiert ein Staat, der über eine Milliarde Leute fasst. Wie wurden also diese Individuen auf den gleichen Nenner gebracht, wo wir doch wissen, dass kein Gedanke eines Menschen völlig identisch mit dem eines anderen sein kann? Es muss somit jemanden oder eine Gruppe dergleichen gegeben haben, die das restliche Volk von seinen Ideen, die nicht zu vergessen absolut subjektiv sind, mit oder ohne Gewalt überzeugt hat. Das Volk folgt dieser führenden Kraft, weil sie entweder momentan keine vernünftige Alternative hat oder weil es unterdrückt wird. Und dafür gibt es heute noch unzählige Beispiele. Die Geschichte jedoch lehrt uns, dass es zahlreiche Ansätze zur Gründung von Gemeinschaften sprich Staaten gab, aber keine die Menschheit überdauert hat. Und die meisten Völker und Führer waren verständlicherweise zur Zeit ihrer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Blüte von ihrem System überzeugt. Und viele haben auch über die Jahrhunderte überlebt- siehe das römische Reich- um letztlich doch unterzugehen. Warum sollte das heute anders sein? Woher nehmen wir die Gewissheit, dass die Demokratie das non plus ultra ist? Sie ist in Deutschland gerade mal ein halbes Jahrhundert existent, und doch spüren wir allmählich ihre Krankheiten, die ich wohl nicht beschreiben muss, da das Klagen der Gesellschaft nicht zu überhören ist.

Was bedeutet Demokratie? Der Grundgedanke beruht darauf, dass die Macht vom Volk ausgeht. Mal ehrlich, hat ein Bürger dieses Landes, die Politiker ausgenommen, das Gefühl Macht auf die staatliche Politik ausüben zu können? Er hat sie nicht; aus drei Gründen:

1. weil er sie nicht mehr versteht (die Politik) 
2.weil er keine Auswahl hat und 
3. weil die Interessen nun mal unterschiedlich sind.

Zu Punkt 1: Erläutern sie mir bitte die Rentenreform! Ich schätze mal 10% der Deutschen wenn überhaupt, sind in der Lage dies zu tun. Da dies zurzeit ein großes Thema ist, wird es auch die bevorstehenden Wahlen mit beeinflussen. 10% des Volkes wäre bezüglich dieser Frage tatsächlich fähig politisch „einzuwirken“, wenn es sich überhaupt an der Wahl beteiligt.

Zu Punkt 2. Seit Gründung der BRD haben zwei Parteien den maßgeblichen Anteil an der Politik: auf der einen Seite, der linken, die SPD und auf der Entgegengesetzten, der rechten, die CDU. Die eine nennt sich „sozial“ und die andere „christlich“. Also haben wir hier schon mal absolute Gegensätze. So gegensätzlich sie in ihrem Namen sind, so unterschiedlich sind sie auch in ihrer Politik (mittlerweile). Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Bekannt ist, dass sich die Summe der Wahlkampfgelder, die die Bundesbank zur Verfügung stellt, nach der Größe sprich Mitgliederzahl der Parteien richtet. Wo ist die Chancengleichheit aller Parteien?

Zu Punkt 3: Nehmen wir mal an, mein Interesse gilt momentan vor allem der Rentenreform und der Ausländerpolitik. Bezüglich des ersten Themas spricht mir eher die Meinung der CDU zu und die SPD sagt mir eher beim anderen Thema zu, was durchaus vorkommen kann. Wen soll ich wählen? Hinz und Kunz interessieren sich für ganz andere Fragen und entscheiden sich dementsprechend. Das bedeutet, dass nur ein Teil der Forderungen erfüllt werden könnte, wenn man davon ausgeht, dass die Parteien überhaupt beabsichtigen ihre Pläne in die Tat umzusetzen.

Wie wir sehen, weist die Demokratie in entscheidenden Punkten, die sie eigentlich auszeichnen sollte, Mängel auf. Wenn ich von Demokratie rede, meine ich auch das Grundgesetz, das eigentlich das Fundament der Demokratie darstellt. Doch in den letzten Jahren wurde, trotz massiver Proteste seitens der Bevölkerung, im Sinne der Demokratie einiges verändert wie z.B. das Asylgesetz oder der Lauschangriff. Wenn man Säulen eines Hauses entfernt, so ändert sich seine Statik. Es hat sein Aussehen verändert und die Einsturzgefahr hat sich erhöht.

Jetzt werden sich vermutlich viele kritische Leser fragen: „Was will er uns eigentlich damit sagen? Sicherlich hat unser System Schwachstellen, aber dennoch ist es besser als alle anderen. Wenn es ein besseres gäbe, hätten wir es. Er redet ja auch nur wie viele andere vor ihm.“

Genau diese Tatsache, dass viele andere Menschen diese Einsicht haben, bekräftigt mich in meiner Meinung, aber der Unterschied zwischen uns liegt darin, dass ich und alle anderen gläubigen Muslime eine Alternative anzubieten haben: den Islam. Doch dies werde ich so Allah will später ausführlich erläutern.

In erster Linie geht es mir darum, dass der Mensch seinen Gedanken konsequent zu Ende denkt, indem er sich fragt, was Wahrheit tatsächlich bedeutet. Ist etwas die Wahrheit, weil die Masse es als diese betrachtet? Oder weil wir etwas sehen, hören und fühlen können, was morgen vielleicht schon tot oder verschwunden ist? Ist unser Leben die einzige Wahrheit? Sicher, viele waren dieser Ansicht bis der plötzliche Tod sie vom Gegenteil überzeugen konnte. Auch deine Stunde wird vielleicht schon morgen schlagen und spätestens dann wirst du einsehen, dass das, was war, vergangen ist und übrig die Ewigkeit bleibt, die einzige Wahrheit, weil sie unendlich und unveränderbar ist. Und das ist ein Bereich, in den der lebendige Mensch mit seinem beschränkten Verstand nie vordringen wird, denn die Basis des menschlichen Gedankens gründet sich auf einen Anfang und ein Ende. Oder kannst du dir ein unendlich großes Haus vorstellen? Kannst du dir vorstellen unendlich viel Geld zu besitzen? Kannst du dir vorstellen unendlich lang am leben oder tot zu sein? Nein, ich weiß, dass du es nicht kannst, sowohl das eine als auch das andere. Das bedeutet also, dass all das, was kein Anfang und kein Ende aufweisen kann, sich unserer Vorstellungskraft entzieht. Und selbst die Sinne können unserem Verstand in diesem Fall nicht helfen, denn obwohl wir das All nächtlich beobachten können, haben wir letztlich nicht die geringste Vorstellung von ihm als Ganzes. Das ist also die Wahrheit, die Einzige, die Unvergängliche. Es kommt gelegentlich vor, dass Gesprächspartner unverständlicherweise wissen wollen, wie denn mein Gott aussehe. Darauf antworte ich: Allah hat kein Anfang und kein Ende. Versuch dir nun ein Bild von Gott zu machen!

Nach welcher Wahrheit lebst du? Lebst du mit der Gewissheit; dass die Ewigkeit allgegenwärtig und du sie schon bald betreten wirst, oder wohnst du auf Erden mit der Einstellung, dass deine Zeit eigentlich die wahre Zeit ist, weil wir endlich die ultimative Zivilisation erreicht haben? Wach endlich auf! Du weißt ganz genau, dass die Möglichkeit besteht, dass dieser Staat in 100 Jahren eine andere politische Form hat, die uns jetzt aber noch nicht bekannt ist, sonst hätten wir sie schon. Ist unsere Zeit die Wahrhaftige, wo sie doch bald in jeder Hinsicht überboten wird?

Möglicherweise gibt es einige, die mit mir einer Meinung sind, doch die meisten von Ihnen werden dann mit folgender Aussage darauf reagieren: „Du hast zwar recht, aber das ist mir egal. Ich führe ein gutes Leben und werde auch weiterhin das Beste draus machen, bevor ich mich für etwas Quäle, was mir in diesem kurzen Leben eh nicht mehr nützen wird!“ Selbst wenn dieser Mensch keinen Glauben hat, halte ich seinen Standpunkt für äußerst fragwürdig, den sehr viele Menschen heute vertreten. Erstens weil er keinerlei Verantwortung für die nachfolgenden Generationen übernehmen will und zweitens weil er ein moderner Sklave geworden ist. Die Regierung unterdrückt das Volk nicht mehr wie einst, weil der Mensch ja schlau geworden ist; mit Gewalt, sondern sie gibt ihm alles was er haben will, um ihn vom Denken abzuhalten. Gib ihm Geld, ein Auto, einen Fernseher, die Bundesliga und den Alkohol, und er ist zufrieden. Er ist satt und rührt sich nicht. Nebenbei schläft, isst und atmet er: alles Beweise seiner Existenz. Und der einzige Sinn seiner Existenz liegt darin möglichst viel Geld zu verdienen und Spaß zu haben, den er oft nur noch im Rauschzustand erfährt. Der Mensch ist wie ein Esel geworden, der ständig der an ihm festgebundenen Karotte hinterherläuft. Er sieht gar nicht mehr, was um ihn rum eigentlich alles noch passiert, er widmet seine ganze Energie nur dieser Möhre. Und wenn er sie eines Tages doch noch erreicht, sie probiert und kein Gefallen mehr daran findet, weil sie alt geworden ist, wird er sich fragen, wo er eigentlich steht und was er hier macht, denn von der Möhre hat er nun keinen Nutzen, da sie ja nicht mehr schmeckt.

Genauso ist der Mensch auch. Er interessiert sich auch nur noch für Dinge, die ihm vorgesetzt werden, ohne sich umzuschauen, die Wunder dieser Erde zu betrachten und sich zu fragen „Woher, Warum und Wohin?“: Woher komme ich? Warum laufe ich diesem Ding hinterher? Wohin gehe ich, wenn ich es bekommen hab?

Nehme man ihm seine Arbeit weg, würde er nur noch dahinvegetieren und wüsste nichts mehr mit sich anzufangen, da er keinen Sinn in seinem Tun mehr findet. Dieses Phänomen ist sehr oft bei frischgebackenen Rentnern zu beobachten, die von einem Tag auf den anderen alt werden. Sie suchen krampfhaft nach Beschäftigungen wie Gartenarbeit, Basteln, Kaffeefahrten oder Angeln, um die entstandene Langeweile zu vertreiben.

Mal ehrlich. Wie viele Menschen, ob jung oder alt, wären nahezu geschockt, wenn man ihnen für das restliche Leben ihren Fernseher wegnehmen würde? Ich behaupte mal sehr, sehr viele. Und wie steht es mit dir? Versuche doch den Fernsehapparat einen Monat ausgeschaltet zu lassen, und du wirst merken, dass ein großer Bestandteil deines Alltags fehlt. Kann man nicht hier schon von einer Abhängigkeit sprechen?

Oder ich schlage dir vor, nie wieder Alkohol zu trinken. Viele würden mich jetzt entsetzt anschauen und mich für verrückt erklären, weil ich ihnen hiermit den Spaß am Leben nehmen würde. Manifestiert sich unsere Lebensfreude im Alkohol, einem Rauschmittel, vielmehr einer Droge, die in unsere wahrhaftigen Welt einen so hohen Stellenwert genießt, wo sie noch vor nicht zu langer Zeit verpönt und verboten war, dass sie mittlerweile zu den größten Sponsoren des Sports gehört, der doch eigentlich unserem Wohlergehen, unsrer psychischen und physischen Gesundheit dient? Welch Gegensätze! Sie haben ihren Verstand schon derartig vernachlässigt, dass die Hinterfragung auch solcher Dinge irrelevant geworden ist. Und wenn man sie darauf anspricht, benutzen sie ihre „größte Waffe“: Ist doch normal! Das ist das Zauberwort, das allen Dingen ihre Berechtigung verleiht. Spätestens in zehn Jahren wird Haschischrauchen gesellschaftsfähig sein, mit anderen Worten normal, was es heute aber immer noch nicht ist. Also gelten wir heute als konservativ und wenn in zehn Jahren unsere Meinung immer noch nicht geändert haben, werden wir es auch weiterhin bleiben und jemand sein, der nicht mit der Zeit geht und unmodern bzw. altmodisch ist. Der Grundgedanke der Moderne ist der Drang nach Veränderung nach dem Motto: Was heute gut ist, ist morgen schlecht, und was heute schlecht ist, ist morgen gut. Was das Unmögliche möglich macht ist, dass die Moderne den Menschen unterwandert, indem sie sich schrittweise vollzieht. Denn ansonsten wäre der Mensch nicht bereit, die Veränderung oder die Legalität zu akzeptieren, weil er das gute vom schlechten noch unterscheiden kann, da er beides deutlich vor sich sieht und somit einen Vergleich hat.

Um dieses Prinzip zu verdeutlichen, gebe ich Ihnen folgendes Beispiel: Ein Mann besucht zusammen mit seinem zehnjährigen Sohn einen Freund, der das Kind einige Jahre nicht mehr gesehen hat. Als er es wieder sieht, ist er darüber erstaunt, wie groß der Junge geworden ist. Der Vater kann die Verblüffung logischerweise nicht ganz nachvollziehen, aus dem Grund, dass er sein Kind täglich sieht und sein Wachstum nicht wahrnimmt. In seinen Augen war das Kind gestern genauso groß wie heute, was natürlich nicht stimmt. Sein Blick hat sich an die Veränderung gewöhnt. Sein Freund aber hat immer noch das Bild im Kopf, als er den Jungen das letzte Mal gesehen hat, so dass er beide Bilder nebeneinander stellt und sie direkt miteinander vergleichen kann.
Ich denke es ist deutlich geworden, wie Gewohnheit die Sinne verändern kann, und dass die Moderne dem Konservativen nicht immer vorzuziehen ist. Aus diesem Grunde ist das Argument, der Islam sei zu konservativ und somit nicht mehr gesellschaftsfähig, weil nicht modern, indiskutabel. Zumal wir bereits festgestellt haben, dass die Wahrheit zeitlos ist.

In den vorangegangenen Zeilen habe ich versucht das Kind beim Namen zu nennen und zwar in der Hinsicht, den Lesern klar zu machen, welchen Lebensinhalt unsere moderne und fortschrittliche Zivilisation beinhaltet. Zumindest was die körperlichen Tätigkeiten betrifft, nannte ich in diesem Zusammenhang den Alkohol, die Arbeit, den Fernseher etc. Übertrieben finde ich es nicht dabei, sie als Inhalte des Lebens zu betiteln, weil sich deren Verzicht als großer Verlust erweisen würde, und die Betroffenen Schwierigkeiten hätten, gleichwertige Alternativen zu finden.

Bislang habe ich die geistigen Aktivitäten der Gesellschaft vernachlässigt, vielleicht aus dem Grund, da sie keine gewichtige Rolle mehr spielen zumindest eine untergeordnete. Was zählt mehr: sehr reich zu sein oder nur gut zu sein? Viel zu arbeiten oder viel nachzudenken? Viele werden sagen: „Denken ist schön und gut, aber erstens gelange ich dabei zu keinem Ergebnis, und zweitens macht es mich nicht satt.“ Dies ist nämlich das Hauptproblem, das man sich ohne Grundlage beim Denken im Kreise dreht. Wie viele Dichter und Denker, Philosophen und Schriftsteller haben versucht den Wert und Sinn des Lebens zu erfassen, ohne dabei zu brauchbaren Ergebnissen gekommen zu sein. Das einzige Ergebnis ist, dass es schlicht und ergreifend sinnlos ist ohne Gott. „In der kurzen Zeit, in der man auf der Erde weilt, ist es einfach sinnlos sich zu quälen, wo man doch nur ein Leben hat“, sagen sie. Wenn Gott nicht existieren würde, wäre dies doch eine konkrete und absolut logische Schlussfolgerung und trotzdem schuften die Menschen bis zu ihrem Tode. Nur wenige haben diese Logik begriffen und haben die entsprechenden Konsequenzen daraus gezogen im Gegensatz zu dem traurigen Rest, der entweder Angst hat von der Gesellschaft ausgeschlossen zu werden oder der vor lauter Arbeit und Genuss einfach keine Zeit hat, seine Gedanken, die sicherlich auch ihm gelegentlich aufflackern, einfach konsequent zu Ende zu denken. Stattdessen träumt er und redet sich ein, dass es irgendwann schon besser wird, spätestens dann, wenn er in die Rente geht, gleichwohl er weiß, dass selbst dann die Erfüllung oder Glückseligkeit nicht über einen kommt. Er sieht und hört sie doch die unzähligen Beispiele, die diese These beweisen. Der Mensch gebraucht so oder so nicht seinen Verstand, ob er nun an Gott glaubt oder nicht.

Dass das Denken allein nicht satt macht, ist absolut richtig. Aber denkst du, dass du arbeitest, nur um satt zu werden? Oder sind wir mittlerweile unersättlich geworden? Der Gedanke kommt folglich vor dem Geld: Erst denken dann arbeiten!

Natürlich ist das Gehirn nicht gänzlich ausgeschaltet, ganz im Gegenteil. Es macht sich ununterbrochen Gedanken zum Beispiel über die Zukunft, die aber eigenartigerweise nicht im Tod endet, nur knapp davor. Wie sichere ich mir meine Rente? Wo verbringe ich meinen nächsten Urlaub? Was ziehe ich morgen bloß an? Vielleicht gibt es kein morgen. Warum also soviel Zeit und Energie mit der Zukunft vergeuden? Oder andere gebrauchen die graue Masse, um die Welt samt ihres Inhalts zu erforschen, was sicherlich ein guter Ansatz und durchaus notwendig ist. Nur vergessen sie oft dabei, dass sie längst vorhandene Phänomene nur erkennen, sie aber nicht produzieren. Oder kann der Wissenschaftler aus dem nichts etwas herstellen? Das erwähne ich aus dem Grunde der Hochmütigkeit, die sich die Wissenschaft angearbeitet hat. Denn letztens habe ich in einer Bonner Tageszeitung folgendes Zitat eines bekannten Wissenschaftlers gelesen, der im Begriff war den ersten Menschen zu klonen: „ ...dann wären wir fast mächtiger als Gott“ (Allah bewahre!“ (Allah bewahre!). Die Wissenschaft ist nicht einmal in der Lage einer winzigen Fliege ihre Nahrung wegzunehmen. Wie überschwänglich rühmt sich die Wissenschaft damit, den Mars erforschen zu können, der einem im Vergleich zum Weltall wie ein Brotkrümel zur Erdkugel vorkommt? Was weiß sie wirklich? Sie ist nicht einmal im Stande die Gegenwart vollends zu erforschen, wie z.B. die Wasserwelt oder die unterirdische Welt oder auch unzählige Krankheiten, wie kann sie dann felsenfest behaupten, dass die Welt durch einen Urknall entstanden sei, zumal sie nicht einmal Zeugen oder gar Beweise dafür hat? Woher nimmt sie sich die Gewissheit, dass das Weltall unendlich sei? Nur weil sie keine andere Erklärung dafür hat? Wir sind doch erst am Mars angekommen. Haben Milliarden verschiedenster und vielfältigster Pflanzen und Lebewesen ein und dieselbe Quelle? Wie oft wurden sogar sehr standhafte wissenschaftliche Thesen widerlegt? Aus welchem Grund sollte nun diese 100%ig richtig sein?

Fragen über Fragen. Und trotzdem werden sie von der Wissenschaft ignoriert, mit der Begründung sich auf Spekulationen nicht einlassen zu wollen, was sie aber mit ihren Thesen bereits getan hat. Entscheidend für mich ist jedoch die Frage aller Fragen: Warum ist es so, wie es ist? Wir haben erkannt, dass die Erde rund ist und sich um die Sonne dreht. Dabei dreht sie sich immer im gleichen Tempo und im gleichen Abstand zur Sonne. Wie kann das möglich sein? Ich betrachte das als Wunder, als Allahs Werk. Und im Prinzip ist jedes natürliches Vorkommnis ein Wunder, auch wenn wir uns ihren Vorgang erklären können. Ihr Ursprung aber ist für uns Menschen nicht nachvollziehbar. Ein Wunder ist heutzutage kein Wunder mehr, weil sich unsere Sinne daran gewöhnt haben.

Es gibt dazu eine schöne Überlieferung aus dem Islam: Ein Mann, der keinen Glauben hatte, sprach einen Gelehrte an, den er oft über Allah predigen hörte, und sagte: „Oh, alter Mann, schon oft habe ich deinem Gerede über Allah gehört. Den Gutgläubigen kannst du viel erzählen, mich aber kannst du nicht davon überzeugen, außer du beweist mir seine Existenz.“ Der Gelehrte ging darauf ein und verabredete sich mit dem Mann am Mittag des nächsten Tages, um ihm den geforderten Beweis zu liefern. Am darauf folgenden Tag wartete der Mann schon ungeduldig am vereinbarten Treffpunkt, da bereits einige Zeit nach Mittag vergangen ist. Doch als der Mann, der sich bestätigt fühlte, gerade aufbrechen wollte, tauchte plötzlich der Gelehrte auf und entschuldigte sich prompt für seine Verspätung mit folgender Geschichte: „Zwischen unserem Treffpunkt und meinem Wege befand sich unerwarteterweise ein Fluss. Als ich gerade überlegte, wie ich diesen Fluss überwinden könne, sah ich plötzlich neben mir einen Baum, der sich zur Erde beugte. Dann zerlegte er sich in einige Balken, die sich in einer Reihe anordneten, um dann von den restlichen dünnen Ästen zu einem Floß zusammengebunden zu werden. Das Floß begab sich ins Wasser und brachte mich an das andere Ufer, so dass ich leider ein bisschen verspätet zum vereinbarten Treffpunkt kam.“ Der Mann lachte laut auf und sagte mitleidsvoll: „Ich wusste, dass du verrückt bist und bloß Lügen verbreitest. Und erzählst mir so eine unglaubliche Geschichte. Dieses Wunder hätte ich gerne mal gesehen.“ „Dann schau dich an!“, erwiderte der Gelehrte und ging.

Die Geschichte will damit verdeutlichen, dass wir oft solche einfachen gar im Vergleich primitiven Vorkommnisse als Wunder betrachten, das größte Wunder jedoch verkennen; nämlich uns selbst. Angefangen von dem Aussehen bis zu unseren Funktionen ist jede Einzelheit ein Wunder für sich. Es gibt 6 Milliarden Menschen auf der Welt und kein Fingerabdruck gleicht dem anderen. Allen wachsen Haare an den exakt gleichen Stellen. Das Haar der Augenbraue unterscheidet sich von dem des Bartes. Dieses wiederum von dem der Achsel etc. Schau Dir Deine Fingernägel an: warum wachsen sie immer wieder nach? Unser Nervensystem ist so lang, dass, wenn man es auseinander flechten würde, einmal die ganze Erde umspannen könnte. Dabei sind wir gerade mal um die zwei Meter groß. Mit einem einzigen Schluck Wasser können wir den quälenden Durst löschen. Unser Herz pumpt ein ganzes Leben lang pausenlos, ohne es beeinflussen zu müssen oder können. Wir wissen dabei gar nicht, was diesen Mechanismus überhaupt auslöst.

Beispiele um Beispiele. Möchte mir jemand jetzt klarmachen, dass das alles reiner Zufall ist? Nein, es gibt mehr Beweise für als gegen Allahs Existenz!


Der Christ

Ich bin in einer christlichen Gesellschaft aufgewachsen und lebe noch in ihr, und dennoch bin ich keinem Christen begegnet. Und als Christen erkenne ich jedoch nur jene an, die ihren Glauben auch praktizieren. Denn man bezeichnet zum Beispiel jemanden auch nicht als Fußballer, der zwar irgendwann mal in jungen Jahren gegen einen Ball getreten hat und heute gelegentlich als Zuschauer ein Stadion betritt, diesen Sport aber keineswegs aktiv betreibt.

Was bedeutet es heute ein Christ zu sein? Liegt die Bedeutung darin einmal in der Woche, wenn überhaupt die Kirche zu betreten? Oder besteht die Aufgabe darin, die Konfirmation bzw. die Kommunion hinter sich zu bringen? Oder sind Christen Christen, weil sie gute Werke tun?

Eigenartigerweise ist meine erste Assoziation, wenn ich das Wort Christ höre, Jesus oder vielleicht sogar Kirche. Ich bin mir nicht ganz sicher. Geht es Ihnen auch so? Wo ist Gott? In unserem Wortschatz ist er in verschiedensten Formen wie zum Beispiel „Grüß Gott“, „Gott sei Dank“ oder auch „Gott behüte“ zahlreich vorhanden. In unserem Verstand allerdings kann ich ihn nicht erkennen. Dies beweist mir immer wieder die Reaktion meiner „christlichen“ Gesprächspartner, die meine bewusste Rede über Allah stets mit einem ungläubigen Blick erwidern. Jene Reaktion vermisse ich jedoch insbesondere dann, wenn sie in Scharen als Touristen in die riesigen Kirchen hineinströmen, um deren Fresken und Skulpturen zu bewundern. Oder wenn man ihnen klar macht, dass ein Dorf ohne Kirche in Deutschland nicht existiert. Scheinbar bringen sie die Kirche nicht in Verbindung mit demselben Gott, von dem ich geredet habe. Aber es gibt nur den einen Gott. Er ist auch nicht evangelisch oder katholisch.

Wo ist nun diese christliche Gesellschaft, von der allerdings nur dann die Rede ist, wenn keine Argumente mehr einfallen? „Ja aber in der Schule hatten wir doch Religion!“ Ach ja, stimmt! Mein Lehrer hat mir, glaube ich, damals eine vier gegeben, weil ich die Hausaufgaben oft nicht gemacht habe. Statt die Schüler in guter Weise zusammenzuführen, war Religion das erste Fach auf dem Gymnasium, das die Schüler einer Klassengemeinschaft getrennt hat und zwar in eine evangelische, katholische und eine atheistische Gruppe. Später gab man uns sogar die Möglichkeit dieses Fach abzuwählen, was schließlich viele Schüler auch taten, um mehr Freistunden zu ergattern. Auch ich war unter denjenigen die sich jenes Recht zu Nutze machten, um sich mehr Lücken im Stundenplan zu verschaffen, aber auch aus dem Grund, dass kein Interesse von meiner Seite vorhanden war, weil ich nicht erfassen konnte, um was es in diesem Fach eigentlich ging. Der Lehrer erzählte uns zwar einiges über Jesus, Paulus und Noah und ferner über historische Ereignisse, seltener erwähnte er jedoch Gott und Beweise seiner Existenz, und noch seltener bis gar nicht den Tod. Spätestens dann wäre mein Interesse geweckt worden, denn das Bewusstsein vom Tod, war bei mir bereits in jungen Jahren sehr ausgeprägt.

Der Grund für die Existenz des Faches Religion liegt eindeutig in der Existenz Gottes. Das bedeutet, ich entscheide mich erst einmal für einen katholischen oder evangelischen Gott, um ihn dann später abwählen zu können aus welchen Gründen auch immer. Hört sich komisch an, so klingt es aber, wenn man nicht versucht die Tatsachen zu verdecken. Ich denke, diese Aussagen verdeutlichen, dass man das Fach Sport nicht mit Gott auf eine Ebene stellen kann. Es war jedoch meistens so, dass ein Leistungskurs Sport fast immer Zustande kam, das Fach Religion nur sehr selten.

Nehmen wir mal an, dieses Thema hätte die Berechtigung ein Schulfach zu sein, was wären die Aufgaben des Lehrers gewesen? Wenn Gott existiert, existiert auch das Leben nach dem Tod. Folglich gibt es auch Bestrafung und Belohnung. Das Unterrichtsziel hätte im Groben lauten müssen: Wie entgehe ich der Bestrafung und wie bekomme ich Belohnung? Und nicht: Wie komme ich am besten auf eine eins?

Die Schule ist also eine Institution, die junge und unerfahrene Menschen auf ihr zukünftiges Leben vorbereiten soll. Eben, auf das Leben und nicht auf den Tod! Also hat Schule mit Gott nichts gemein.

An dieser Stelle möchte ich etwas Grundlegendes erläutern. In der Frage Gottes gibt es nur ein entweder oder. Schwarz oder Weiß. Ja oder Nein. Aber kein Jein!!! Wenn Gott nicht existiert, dann sind folgende Dinge absolut überflüssig und unsinnig: alle Kirchen der Welt, Sonntagsmessen, kirchliche Trauung, Weihnachten, Ostern, Bestattungen, der Papst, das Fach Religion, unser Datum und noch viele andere Dinge wären zu erwähnen. Geht man jedoch davon aus, dass Gott wahrhaftig ist, dann wissen wir, dass er jedes Atom somit auch den Menschen erschaffen hat. Dann wissen wir, dass die Wissenschaft nicht alles weiß. Dann wissen wir, dass wir wiederauferstehen werden. Dann wissen wir, dass es Paradies und Hölle gibt. Dann wissen wir, dass unser kurzes Leben eine Prüfung ist. Und wir wissen auch, dass unser Tun Konsequenzen trägt. Und dies ist meines Erachtens die Einsicht, die in unserer „christlichen“ Gesellschaft überhaupt nicht existiert. Geht es hier darum ein gutes Zeugnis abzuliefern, einen angesehenen Job zu erlangen und gut auszusehen? Oder geht es schlicht und ergreifend darum Gott zu gefallen, indem wir ihn nicht vergessen und in seinem Sinne handeln? Ich befürchte, wir halten uns an die erstgenannte Aufgabe. Oder täusche ich mich und verkenne jenen, der beliebt ist, weil er gottesfürchtig ist? Und es ist nicht dieser, der promoviert hat und von Gott nichts weiß.

Diejenigen, die nicht an Gott und an das Jüngste Gericht glauben, spreche ich hiermit nicht an, weil sie keine Fehler machen können. Aber jene, die von Gott reden, sollten sich seiner Größe und Macht bewusst sein und ihre Ziele noch einmal überdenken. Und eigentlich bräuchte er nicht einmal eine Leitung für seine Taten, da jeder Mensch mit einem Gewissen ausgestattet ist, das sich durch Zeit und Umgebung auch negativ beeinflussen lässt. Ursprünglich weiß er ganz genau, was richtig und was falsch ist. Genauso wüsste er auch, was zu tun wäre, wenn sich Gott am Himmel zeigen würde. Er würde auf die Knie fallen und in Ehrfurcht erstarren. Ich will damit sagen, dass die meisten Christen, wenn sie bewusst an Gott und die Konsequenzen sprich Jüngsten Tag glauben würden, ihr Leben neu einrichten würden. Folglich würden sie ihren Gottesdienst nicht nur in der Kirche absolvieren sondern in ihren Alltag integrieren. Auf diese Weise dient man Gott, was man in Arabisch als Islam bezeichnet, und nicht indem man dem Pfarrer Recht gibt, ein Gebet spricht und Gott in der Kirche lässt.

Was macht eine Gesellschaft zu einer christlichen Gesellschaft? Etwa die Tatsache, dass die Mehrheit der Bewohner eines Staates im Säuglingsalter oder auch etwas später Zeugen ihrer Taufe waren, an die die meisten sich gar nicht mehr erinnern? Somit bleiben sie ihr ganzes Leben lang Christen, außer sie entsagen sich der Religion vielleicht aus finanziellen Gründen. Wie kann er aber Ungläubig und trotzdem ein Christ sein? Wie kann er ein Christ sein und die Verpflichtungen, den ein Christ nachgehen sollte, nicht kennen? Zum Beispiel die Zehn Gebote, die nur einen Teil der Aufgaben darstellt. Jeder dreißigste auf der Straße kann sie vielleicht komplett aufsagen. Christ ist schwarz und weiß. Ist ja und nein. Jeder, der einmal gegen einen Ball getreten hat ist Fußballer. Christ sein hat nicht immer was mit Gott zu tun. Womit dann?

Mit Heuchelei. Ich kann und möchte auch nicht einzelne Menschen beurteilen. Nur Gott allein weiß, was sich in den Herzen der Menschen tatsächlich verbirgt. Ich will Dir lediglich zeigen, was sich unter dem Denkmantel „Christentum“ verbirgt. In diesem Zusammenhang nenne ich immer wieder gerne eine politische Partei, die zurzeit die Regierung bildet: die CDU bzw. Christliche Demokratische Union. Nur noch einmal zur Verdeutlichung: Christen sind Anhänger der Religion, die Jesus offenbarte. Er war nämlich ein Gesandter Gottes, ein gottergebener Diener. Er war 100%ig von Gottes Existenz überzeugt. Und Jesus ist das Vorbild eines jeden Christen. Üblicherweise versucht man Vorbildern nachzuahmen, sowie die CDU das tut, oder etwa nicht? Was hat diese Partei mit Jesus gemein, geschweige denn mit Gott? Noch nie habe ich eine Rede eines Politikers dieser Partei mit der Einleitung „Im Namen Gottes“ gehört! Warum sagen sie uns nicht, dass wir gute Christen sein sollen, damit Gott mit uns zufrieden ist und uns nicht bestraft? Ist das nicht wichtiger als die Rentenreform, wo wir doch als Christen wissen, dass wir auferstehen und ewig leben werden? Warum weist er uns nicht den Weg ins Paradies, statt in das nächste Wahllokal? Mit dem Wort „christlich“ versucht diese Interessensgemeinschaft ihre wahren Absichten, nämlich an der Macht zu bleiben, zu verdecken.

Nein, ich sage nicht, dass alle Christen Heuchler sind. Ich möchte hiermit lediglich betonen, dass das Christ sein in unserer Zeit nur noch Formsache ist und sich jeder Praxis entzieht. Natürlich gibt es auch praktizierende Christen, die die Grundvorrausetzungen eines gläubigen Menschen, nämlich an Gott und den Jüngsten Tag zu glauben, erfüllen. Dabei denke ich in erster Linie an Priester und Nonnen. Hast Du Dir mal die Frage gestellt, warum eine Nonne Nonne geworden ist? Sicherlich nicht aus dem Grund, weil sie keinen anderen Job gefunden hat, da das doch einige schwerwiegende Entbehrungen mit sich zieht, sondern weil sie an Gott und seine Propheten glaubt. Das bedeutet, sie hat sich Gott und seinen Gesetzen hingegeben. Sie betet sechs Mal am Tag und trägt ein Kopftuch, weil das Gott von einer gläubigen Frau erwartet. Sind denn die „normalen“ Frauen nicht gläubig oder kennen sie den Inhalt ihres heiligen Buches nicht? Wollte Gott, dass nur die Nonnen sein Gesetz respektieren? Und plötzlich entdecken wir muslimische Frauen, die Kopftücher tragen, und nicht aus dem Grund sich abgrenzen zu wollen oder andere Menschen zu ärgern. Nein, sie tragen sie, weil sie Gottes Gesetze respektieren und keine Kompromisse eingehen können. Und letztlich sind sie es, die darüber entscheiden ob sie ihr Haupt bedecken oder nicht. Man darf sie nicht dazu zwingen! Darf man sie denn dann zwingen kein Kopftuch zu tragen, wie es zurzeit in Frankreich der Fall ist? Warum verbieten sie es nicht den Nonnen?

Gott wollte bestimmt, dass sich alle an seine Gesetze halten und nicht nur ein bestimmter geringer Teil der Bevölkerung. Doch in diesem Fall wäre das fatal, da das Christentum für seine Vertreter ursprünglich das Zölibat vorschreibt. Und somit würde die Menschheit nach Einhaltung jener christlichen Gesetze in kürzester Zeit von der Erdkugel verschwunden sein, was Gottes Wille bestimmt nicht ist. Also stoßen wir hier auf folgenschwere Widersprüche, die im Christentum immer noch vorherrschen. Der Islam dagegen segnet den ehelichen Bund zwischen zwei gläubigen Menschen. Allein die natürliche Beschaffenheit von Mann und Frau lässt keinen Zweifel aufkommen, dass diese zusammengehören.

Eigentlich ist es offensichtlich, und ich könnte mir die Mühe sparen dich darauf hinzuweisen, dass unsere Gesellschaft von einer Gottesfürchtigen weit entfernt ist. Aber zu dieser Erkenntnis kommen die meisten Menschen einfach nicht, unter anderem weil sie keine Zeit mehr zum Denken haben oder weil sie das Denken anderen überlassen. Obwohl sie sich selber immer wieder über den alljährlichen Weihnachtsstress, wo Massen von Menschen mit genervten Gesichtern und geplagten Gliedern in die Städte eilen und sich wie Schafe in die Einkaufshallen hineinzwängen, beklagen. Abends laufen sie dann mit der Weihnachtsmaske auf den Gesichtern um den Moderngeschmückten Tannenbaum und singen heilige Lieder, um dann den Akt der Bescherung, der oft einer Werbesendung für Markenartikel gleicht, zu vollziehen. Und plötzlich erkennt man Sorgenfalten in den Gesichtern der Kinder, die sich nun überlegen müssen, wohin sie noch gehen könnten, denn so kann man den Abend doch nicht zu Ende gehen lassen. Doch die Falten verschwinden schnell. Die Kids fahren in die nächste Disco oder Party, um sich dann zu Technoklängen in Extase zu tanzen und sämtliche Rauschmittel reinzujagen. Das ist deren Art der Geburt Jesus zu gedenken.

Wen kann das noch wundern, wenn man den Kindern die Existenz eines Weihnachtsmannes versucht in allen lächerlichen Formen zu beweisen, statt ihnen die Existenz Gottes zu beweisen und ihnen die Bedeutung seines Propheten Jesus von Nazareth zu erläutern? Manche tun dies auch, aber leider nur an Weihnachten, oder an kirchlichen Feiertagen oder sogar jeden Sonntag. Warum nicht jeden Tag bei jeder Gelegenheit? Warum nicht mit jedem Baum? Warum nicht mit jedem Tier? Warum nicht mit jeder Ameise, von der wir wissen, dass sie eine eigene Sprache hat? Hat Gott nur bestimmten Tagen Legalität gegeben, um über ihn zu reden? Die Weiberfastnacht oder der Rosenmontag sind keine Tage, an denen wir Gott gedenken sollten ganz im Gegenteil. Die Weihnachtsmasken sind abgelegt und nun sind die Karnevalsmasken an der Reihe. Und derjenige der immer noch eine Weihnachtsmaske trägt wird problemlos erkannt, da man in seinen Augen Friede und Besinnlichkeit statt Spaß und Begierde lesen kann. Und so hat jede Zeit ihre Maske. Setzt Du sie nicht auf, wirst Du in dieser Gesellschaft ausgegrenzt, denn die Menschen schauen sich ungern ihr eigenes Gewissen an. Sie wenden sich von der Wahrheit ab. Sie können vor ihr aber nicht weglaufen, denn die Wahrheit ist in ihren Herzen!

Darf ich den Begriff Osterhase in den Raum werfen? Darf ich auch Jesus erwähnen? Gestattest Du mir auch, dass ich den Osterhasen und Jesus Christus in einen Satz unterbringe? Soll ich noch irgendetwas dazu sagen? Ich denke nicht.

Wo ist die Kirche, die es besser wissen sollte, die den Glauben wieder gerade rückt? Die sagt, dass man an Jesus Leidensweg nicht gedenken sollte, indem man bunte Eier sucht oder einen lila Schmunzelhasen verspeist? Ich sehe diese Kirche nicht, die sich entschieden in der Öffentlichkeit gegen diese Missstände einsetzt. Ich sehe einen alten unmotivierten Papst in der Welt umherreisen, die Erde küssen und frohe Ostern in hundert Sprachen senden. Gelangweilt setzt er einige Dogmen aus und warnt die Menschen vor Geschlechtsverhütung. Er lebt im Vatikan und hat viel Geld. Das ist es, was man vom Führer der Katholiken und vor allen Dingen der katholischen Kirche kennt. Ist das nicht lediglich ein zu Schaustellen oder ein Beweis des „Wir sind noch da“? Wo ist die Leidenschaft eines Mannes, von dem man behauptet, er wäre Gott am nahesten, sich für seinen Gott einzusetzen und die Krankheiten unserer Gesellschaft beim Namen zu nennen? Wenn er Gott so nah ist, warum weint er nicht vor Freude, wenn er seinen Namen erwähnt? Stattdessen liest er stur einen Text von seinem Zettel herunter, ohne nur eine Regung eines menschlichen Gefühls zu zeigen. Hier zeigt sich für mich die Diskrepanz zwischen Mensch und Kirche. Allzu deutlich war das Phänomen im Mittelalter erkennbar, da die Kirche neben dem Adel und über dem Bürgertum und den Bauern einen eigenen Stand als Klerus bildete. Und dieser nahm deutlich eine herrschende statt leitende Position in der Gesellschaft ein, von der sie gezwungen war, immer mehr Abstand zu nehmen, da die Menschen ihre Arroganz und ihre Politik missbilligten. Und heute ist die Kirche an einen Punkt angelangt, wo sie nur noch die Rolle eines Ratgebers spielt und ihre Autorität verloren hat. Und nicht die Gesellschaft trägt die Schuld, sondern die Kirche selbst. Denn wenn sie früher versucht hätte, sich mit den einfachen Menschen zu verschmelzen und eine Einheit zu bilden, statt sich hochmütig emporzuheben und zu herrschen und auf eigene Interessen bedacht zu sein, dann wäre die Lage der Kirche heute eine andere. Allein das Wort Kirche beschreibt die Misere, denn wenn der Glaube im Vordergrund wäre statt eine Institution, stünde das Wort Christentum an jener Stelle statt Kirche. Denn die Muslime reden über Religion nicht von der Moschee sondern vom Islam. Die Moschee als Institution existiert nicht, sie beschreibt lediglich einen Raum, indem sich Gläubige versammeln und sonst nichts.

An dieser Stelle kommt normalerweise das Argument, dass sich die heutige Kirche von der damaligen unterscheidet. Wir sollten aber nicht vergessen, dass sich die Kirche nicht aus eigener Initiative verändert hat bzw. dass sie nicht zur rechten Zeit Einsicht gezeigt hat, sondern dass sie sich den gesellschaftlichen und politischen Veränderungen anpassen musste, da sie sonst auf der Strecke geblieben wäre, was heute vielleicht der Fall ist. Die frühe Kirche hat Wurzeln geschlagen und die heutige trägt die Blätter. Sie sind zwar hübsch anzusehen, haben aber einen kaputten Stamm. Es ist immer derselbe Baum geblieben. Ein Mörder kann sich noch so gut bessern, vollkommen vertrauen wird man ihm nie. Wäre die damalige Kirche wahrhaftig gewesen und hätte den Glauben in den Vordergrund gestellt, wäre sie heute nicht in diesem Dilemma. Sie ist das Ergebnis, die Quittung vergangener Taten. Ein Auswurf von Vorgängen, etwas Totes und unproduktives. Statt eine dynamische Kraft zu sein, fungiert sie nur noch als Verzierung eines atheistischen Staates. Die Demokratie schlägt in die Tasten und die Kirche klatscht im Takt. Wie oft sehen wir im Fernsehen, dass sich bei diversen politischen Veranstaltungen oder bei Staatsempfängen hohe Geistliche zwischen Politikern tummeln. Sie stehen meistens nur da in ihren schönen Gewändern und verleihen der Veranstaltung oder gar einem Beschluss das göttliche Wohlwollen.

Die Kirche ist nicht in der Lage Ketten zu sprengen oder eine geistige Revolution zu entfachen. Dafür ist sie zu schwach bzw. zu unlebendig. Und das wird sich auch nicht ändern, wenn wir nur einmal an die Kids denken, die ihre Andacht im Rausch und Tanz finden.

Zur Schulzeiten habe ich eine Aufführung des Musicals „Jesus Christ Superstar" gesehen. In einer bekannten Programmzeitschrift las ich eine Bemerkung über eine Verfilmung von Jesus Leben, in der es hieß, dass es sich hierbei um eine Legende handelt. „The Life of Brian“ zählte zu den erfolgreichsten Filmen unserer Zeit. Er ist eine Persiflage auf Jesus Leben. Diejenigen, die solches und ähnliches sehen und hören, aber keine Bedenken und Einwände haben, dürften sich normalerweise über meine Ansichten über das Christentum und die Kirche nicht empören, denn wenn sie es tun, sind sie die Heuchler, die ich unter anderem in meinen Äußerungen erwähnte. Sie beschützen etwas, was sie gar nicht vertreten und nicht einmal verstehen. Sie stehen als Torwart neben dem Tor und versuchen das Spiel zu gewinnen. Sie wissen nichts von ihrer Religion, versuchen uns aber über unsere zu belehren. Erst wenn sie gelernt haben und glauben, können wir uns über Gott unterhalten. Dann werden sie auch begreifen, dass Jesus kein Superstar war.

Ich komme zu dem Ergebnis, dass eine christliche Gesellschaft bzw. christlicher Staat nicht existiert. Die wenigen noch praktizierenden Christen zählen eher zu den Außenseitern, denn wer wird schon ernst genommen, der von Gott und dem Jüngsten Tag spricht und das noch frecherweise an Karneval. Hier herrscht Zügellosigkeit statt Enthaltsamkeit. Und Hochmut statt Demut. Unglaube statt Glaube!

Du sollst dir kein Bildnis machen von Gott!“ Dies ist eine klare Aussage und eines der Zehn Gebote Gottes, das die Menschen jedoch ständig übertreten. Die Ursachen dafür sind deutlich, denn Kinder zum Beispiel werden in Schulen aufgefordert, ihren Gott auf einem Stück Papier zu malen. Und in dem Moment, wo dies geschieht, haben sie ihn in ihren Köpfen seiner Macht und Größe beraubt. Denn das, was sie zu Papier bringen, hat meistens ein Gesicht mit einem Bart, langes graues Haar und zwei Hände und sitzt auf einer Wolke. „Vielleicht ist er dann doch nicht so stark, wie alle immer erzählen, denn er sieht doch genauso aus wie wir und ist dabei noch sehr, alt.“ Das sind vielleicht die Gedanken eines Kindes, das man anspornt sich ein Bild von Gott zu machen, die sich möglicherweise in den Verstand der Menschen festsetzen.

Ist es nicht eigenartig, dass fast alle Kinder, die in einer christlichen Gesellschaft aufwachsen, eine identische Vorstellung von Gott haben? Er sieht nämlich meistens so aus, wie ich ihn oben schon beschrieben habe. Die Kinder haben keinen anderen gemalt als Jesus Christus. Die Kirche lehrt sie ja, dass Jesus Gottes Sohn, zugleich der Vater selbst und dazu noch der heilige Geist ist. Aber das verstehen Kinder genauso wenig wie wir Erwachsenen. Sie wissen nur das Gott so ähnlich aussehen könnte, müsste wie Jesus, weil er mindestens sein Vater ist und die meisten Kinder haben nun einmal Ähnlichkeiten mit ihren Vätern. Die Kirche hat Gott vermenschlicht, indem sie ihm einen Sohn zuschreibt, so dass die Christen ihm dem Menschen ebenbürtige Eigenschaften unterstellen und somit seine Macht und sein Wissen eventuell auf Grenzen stößt. An dieser Stelle möchte ich den verwirrenden christlichen Vorstellungen von Gott mit folgender Sure aus dem Koran entgegnen: „Sprich: Er ist Allah, ein Einziger, Allah, der Absolute (Ewig Unabhängige, von Dem alles abhängt). Er zeugt nicht und ist nicht gezeugt worden, und Ihm ebenbürtig ist keiner.“ (Quran 112:1-4)


Der Muslim

Bevor ich mir die Frage „Was ist Islam?“ gestellt habe, war mein Bild von dieser Religion voller Vorbehalte und negativer Assoziationen. Diese gründeten sich vor allen Dingen auf Berichte der Medien oder auf Geschichten, die irgendjemand mal irgendwo erlebt haben soll. Die ersten Begriffe, die wir mit dem Islam in Verbindung setzen sind eher Krieg, Fanatismus, Terrorismus und Unterdrückung und nicht Liebe, Demut, Ergebenheit und Frömmigkeit. Wer weiß schon, dass die Muslime denselben Gott anbeten wie die Christen, die ihren Gott in arabischsprachigen Ländern ebenfalls Allah nennen? Mir zumindest ist dieses Wissen lange Zeit verwehrt geblieben, obwohl ich Abitur gemacht habe und mein Medienkonsum keinesfalls sparsam war. Uns allen sind die Übeltaten, die im Namen des Islam begangen worden sind, genauestens bekannt, was er aber beinhaltet, ist für die meisten Menschen ein leeres Blatt. Wie ungerecht wäre es, den Mann auf der Straße, der einen anderen schlägt, zu verurteilen, bevor wir den Grund dieser Tat in Erfahrung bringen konnten? Vielleicht ist ihm zuvor schweres Unrecht widerfahren. Folglich sollte man den Täter befragen und anschließend herausfinden, ob er auch die Wahrheit sagt. Und um das herauszufinden, ist es unumgänglich zum einen genauestens die Fakten zu sammeln, die zu jener Tat geführt haben könnten, und zum anderen die Herzen und die Charaktere der Betroffenen zu erforschen.

Mir ist aber auch allzu bewusst, um wieder auf meinen Grundgedanken zurückzukommen, dass es bei dem heutigen riesigen Informationsangebot unmöglich ist, das Gegebene stets zu hinterfragen. Außer man ist gar nicht gewillt dazu, weil man davon ausgeht, dass die Medien immer die Wahrheit bringen. Auf diese Weise sind einst die Bürger des „Dritten Reiches“ Hitler zum Opfer gefallen. Nein, übertrieben ist dieser Vergleich sicherlich nicht. Die Medien haben sogar öffentlich zugegeben, dass den Zuschauern während des Fernsehens Bilder von diversen Produkten gezeigt werden, die zwar mit bloßem Auge nicht erkennbar sind, das Unterbewusstsein sie aber aufnimmt. Das liegt daran, dass die Bilder in einer Frequenz übertragen werden, die der Mensch aus physiologischen Gründen nicht erfassen kann. Wie glaubwürdig ist dann dieser Medienapparat, der die Schwächen der Menschen nutzt, um ihn auf hinterlistigste Art und Weise zu beeinflussen? Wie vertrauenswürdig ist dann der Staat, der dies stillschweigend hinnimmt und den Bürger nicht einmal aufklärt? Wie mündig ist sein Bürger, wenn er im Supermarkt vor einem Regal steht und sich für die Tempo-Taschentücher entscheidet, statt für die ohne Namen, die nur halb soviel kosten und nicht so weich zur Nase sind? Wenn er schon behauptet, dass die Blend-a-med besser wirkt als die Ja!­Zahncreme, dann soll er sich wenigstens die Mühe machen, dies selber herauszufinden, statt sich auf den Schauspieler im Werbefilm zu verlassen. Das Fernsehen gibt uns vor, was wir trinken, essen, was wir anziehen, wen wir lieben oder hassen und was wir denken sollen. In der heutigen Zeit lassen wir lieber putzen, lassen wir lieber kochen, lassen wir lieber arbeiten, lassen wir lieber helfen und lassen auch lieber denken, denn sonst haben wir doch keine Zeit mehr für uns selbst. Die wenigsten lesen noch, was unter der Verpackung steht. Und die meisten wissen ohne Wissen. Was also ist Dein Wissen vom Islam?

„Frieden“ oder „völlige Hingabe an Allah“ sind nur zwei mögliche Bedeutungen des Wortes Islam, wenn man es versucht in die deutsche Sprache zu übersetzen. Derjenige, „der sich Gott ergibt“, wird im Arabischen als Muslim (mask.) bzw. Muslima (fem.) bezeichnet. Das heißt, jedes Geschöpf dieser Erde, das nach dem Willen Allahs handelt, ist als Muslim zu bezeichnen. Ein Baum, der jedes Jahr aufs Neue den Menschen mit Essbarem versorgt oder der Regen, der auf Allahs Befehl vom Himmel niederfällt und die Erde wieder belebt, ist Muslim. Der Prophet Mussa (Moses), Allahs Frieden auf ihm, der sein Volk von der Tyrannei des Pharaos befreite, war ein gottergebener Diener, ein Muslim. Der Prophet ’Isa (Jesus), Allahs Frieden auf ihm, der mit Allahs Erlaubnis Wunder vollbrachte und die Menschen zu dem Glauben an den einen Gott aufrief, war ein Muslim. Er sagte nicht, betet mich an, sondern betet einzig und allein Allah an, Dem Einzigen, Dem nichts gleich ist. Der Prophet Ibrahim (Abraham), Allahs Frieden auf ihm, der einst die Kaaba, das erste Gotteshaus, welches Adam, Allahs Frieden auf ihm, errichtete, wieder aufbaute, glaubte an den einen Schöpfer und war weder Jude noch Christ, sondern ein Gottergebener, ein Muslim. Das bedeutet, dass der Ausdruck Christ gar nicht relevant ist, weil er folglich nur die Gläubigen nach der Zeit ’Isa (Jesus), Allahs Frieden auf ihm, erfassen würde, es sei denn, es gab vorher keine Monotheisten.

Den Begriff „Mohammedaner“ lehnt der praktizierende und somit kundige Muslim ab, da er im Islam nicht existiert. Ansonsten würde es bedeuten, dass sich der Gläubige der Lehre Mohammeds unterwirft, was nicht zutrifft; er ergibt sich einzig und allein Allah. Mohammed, Allahs Segen und Frieden auf ihm, war ein Mensch, wie jeder andere auch, der jedoch von Allah auserwählt und für alle Menschen, nicht nur Araber, gesandt wurde, um Allahs Botschaft, die unlängst in Vergessenheit geraten ist, zu verbreiten. Und zwar wurde sie ihm in Form des heiligen Quran im 5. Jahrhundert nach Christus offenbart und ist das direkte Wort Allahs, das erstmals vom Engel Gibril (Gabriel), Allahs Frieden auf ihm, überbracht wurde. Er gilt als das Wunder des Islam, weil er zum einen von einem Mann wiedergegeben wurde, der weder lesen noch schreiben konnte und zum anderen Dinge beinhaltet, die die Wissenschaft erst in unserem Jahrhundert bestätigen konnte. Bislang wurde trotz großer Bemühungen kein Widerspruch zur unserer heutigen wissenschaftlichen Erkenntnisse im Quran gefunden. Im Gegenteil. Zahlreiche große Wissenschaftler waren durch den Inhalt des Qurans derart verblüfft, dass sie bezeugten, dass es keinen Gott gibt außer Allah* und Mohammed sein Gesandter ist (* dass es nichts Anbetungswürdigeres gibt außer Allah …). Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass die Araber im frühen Mittelalter vor allen anderen Völkern in der Wissenschaft auf den Gebieten der Medizin, Mathematik, Chemie, Astrologie, Heilkunde etc. führend waren.

Dem Muslim sind fünf Pflichten auferlegt worden:

1. Das Glaubensbekenntnis (Shahadah "Es gibt nichts Anbetungswürdigeres außer Allah) aussprechen
2. Das Fasten im Monat Ramadan
3. Das 5 Mal tägliche Gebet 
4. Die Abgabe einer (Pflicht)-Almosensteuer und 
5. Die Verrichtung der Pilgerfahrt (sofern man dazu körperlich, geistig als auch finanziell in der Lage ist).

Ferner soll er an Allah, an die Propheten, an die Engel, an das Jüngste Gericht, an die Bücher, an das Schicksal und die Vorherbestimmung (sei sie gut oder auch schlecht) glauben. Dies sind die wichtigsten Grundsätze im Islam die im arabischen die Säulen des Imans genannt werden. Der Muslim liest im Quran, dass er im Gesandten Allahs (Mohammed), Allahs Segen und Frieden auf ihm, ein Vorbild hat und ihm folgen soll, damit er stets auf dem rechten Weg bleibt. Somit bildet der Quran zusammen mit der Sunnah des Gesandten Allahs, Allahs Segen und Frieden auf ihm, die Richtlinien und Gesetze aller Lebensbereiche für den Muslim. Ein Gelehrter, dessen Meinung sich nicht mit den Aussagen aus Quran und der Sunnah des Gesandten Allahs, Allahs Segen und Frieden auf ihm, deckt, ist kein Gelehrter. Der Islam ist also keine Philosophie oder Ideologie, sondern ein festgelegtes System, dass keiner Interpretation bedarf. Der Islam ist Überzeugung und kein Zwang, dynamisch nicht dogmatisch. Jeder Gläubige ist implizit dazu verpflichtet seine Religion ausgiebig zu studieren, um sein Handeln und das, anderer Gläubiger, überprüfen und falls es mit den Lehren des Islam nicht übereinstimmt, korrigieren zu können. Deshalb ist blinder Gehorsam, den die Kritiker gerne dem Islam vorwerfen, im islamischen Vokabular nicht vorhanden. Stattdessen ist Vertrauen der Schlüssel zur Gemeinschaft und eine Selbstverständlichkeit unter Muslimen. Aber wie kann das Vertrauen zu anderen Menschen in der heutigen Zeit, in der eher Misstrauen vorherrscht, selbstverständlich sein? Um diese Frage zu beantworten, müssen wir zuvor einmal das Weltbild eines Muslims erläutern.

Der Muslim glaubt an einen Allmächtigen und Allwissenden Gott, Der das Universum samt Seiner Geschöpfe erschaffen hat. Er hat Kenntnis über alle Dinge und Er bestimmt, was mit ihnen geschieht. Er lässt Wasser vom Himmel niederfallen und Er lässt auch den Tag in die Nacht übergehen. Kein Blatt fällt von einem Baum, ohne Sein Wissen. Er hat Wissen von jeder Tat seiner Diener, sei sie gut oder schlecht, und wenn sie noch so klein gleich eines Staubkorns ist. Allah kennt die Herzen seiner Geschöpfe am besten, sie können nichts vor Ihm verbergen, nicht einmal ihre Gedanken. Für Allah ist die Erde nicht mehr als der Flügel einer Mücke, und trotzdem ist Er barmherzig und gerecht. Allah hält sein Versprechen und wird alle Menschen am Jüngsten Tag vor Sich versammeln und jedem wird das zuteil, was er verdient. Spätestens dann wird jede Seele wissen, was sie getan und mit welcher Absicht sie gehandelt hat. Der Gottergebene also, der die Kenntnis von einem Allwissenden und Allmächtigen Gott besitzt, wird sich aus Furcht aber auch und vor allen Dingen aus Liebe zu seinem Schöpfer davor hüten, böse Gedanken zu hegen und schlechte Taten zu vollbringen. Denn die Intensität der Folgen im Jenseits, ob positiv oder negativ, ist für uns mit unseren beschränkten Sinnen unvorstellbar. Der irdische Schmerz oder die Freude sind nur geringste Andeutungen für Bestrafung bzw. Belohnung im Jenseits.

Aber woher nehmen wir die Gewissheit, dass Allah tatsächlich existiert? Niemand kann beweisen, dass Allah existiert, aber niemand kann das Gegenteil beweisen, nämlich dass Er nicht existiert. Es bleibt also weiterhin eine Glaubensfrage. Doch der Schlüssel zum Glauben ist der Verstand, den Allah im Quran häufig zum Nachdenken aufruft. Umgeben ist der Mensch von Wundern, die er als solche jedoch nicht mehr wahrnimmt. Es ist halt normal. Lassen sie mich einmal diesen Begriff „normal“ an einem Beispiel veranschaulichen. Eines Tages fällt ein Klavier vom Himmel und danach wiederholt sich das Ereignis immer wieder unter bestimmten natürlichen Voraussetzungen. Für die Menschen ist das zunächst ein Schock und ein absolutes Wunder, weil es sich ihrer Vorstellungskraft bislang entzogen hat und sie nicht im Stande sind, dieses Phänomen physikalisch zu erklären. Die Jahre vergehen, und die Menschen sind dank der Wissenschaft dahinter gekommen, wie der Vorgang des fallenden Klaviers funktioniert, ohne jedoch zu wissen, wer oder was dieses Phänomen ins Leben gerufen hat. Es ist nun mal da und jeden Tag gleich. Es wird normal. Die Menschen leben damit und von Generation zu Generation wird es immer normaler, bis man nicht mehr darüber spricht. Wie selbstverständlich ist es, dass Wasser, Schnee oder Hagel vom Himmel fällt? Oder nehmen wir mal an, wir lebten in einem Land, wo es keine Vögel gibt und es existiert eins, wo es jene gibt, aber kein Mensch es bislang bereist hat, aus welchen Gründen auch immer. Plötzlich taucht jemand auf und berichtet uns, dass es in diesem Land Tiere gibt, die in der Luft leben. Für uns, die keine Vorstellung von derartigem haben, wirkt das sehr unglaubwürdig und gehen hin, um unsere Meinung bestätigt zu finden. Doch was sehen wir dort; ein Wunder! Wir sehen kleine und große Tiere, die durch den Himmel schweben. Unser Auge lässt davon nicht mehr ab. Wir beschließen, sie Vögel zu nennen und am nächsten Tag schauen wir schon seltener gen Himmel und nächste Woche sind sie nur noch da, ohne sie richtig wahrzunehmen bis sie kein Wunder mehr sind. Und so verhält es sich für jedes Geschöpf unserer Erde. Der Muslim erkennt in jedem von ihnen, ob Ameise oder Elefant, ob Baum oder Blume, ob Stein oder Berg, das Werk des einen Gottes. Und je weiter die Wissenschaft in ihren Erkenntnissen vordringt, umso deutlicher wird es, dass der Zufall nicht Schöpfer dieser Vielfalt und Brillanz sein kann. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass man ein Haufen voller Buchstaben in die Luft wirft, und dieser sich auf dem Boden zu einem Sinnergebenden Satz samt Nebensätze ausrichtet, ist gleich Null. Wissenschaft und Religion stehen sich nicht gegenüber, so wie es in der christlichen Welt der Fall ist, sondern sie gehen im Islam Hand in Hand. Jede neue wissenschaftliche Erkenntnis ist auch ein weiterer Hinweis für Allahs Existenz und bislang wurde kein Widerspruch entdeckt. Im Gegenteil: Aussagen des Quran, die vor 1400 Jahren niedergeschrieben wurden, konnten erst jetzt dank modernster Technik bestätigt werden. Und wer das nicht glaubt, sollte den Mut haben, sich von diesem Wunder selbst ein Bild zu machen, indem er dieses heilige Buch selbst in die Hand nimmt und sich nicht davon abwendet. Wenn er dies jedoch tut, dann kennen er und Allah den Grund am besten. Und Allah sagt:

„Und wenn alle Bäume, die auf der Erde sind, Schreibrohre wären und der Ozean (Tinte), und sieben Ozeane würden sie mit Nachschub versorgen, selbst dann könnten Allahs Worte nicht erschöpft werden. Wahrlich, Allah ist Allmächtig, Allweise.“ (Quran 31:27)

Ferner sagt Allah:
Sprich: „Wäre das Meer Tinte für die Worte meines Herrn, wahrlich, das Meer würde versiegen, ehe die Worte meines Herrn zu Ende gingen, auch wenn wir noch ein gleiches als Nachschub brächten.“(Quran 18:109)

Viele Christen haben von dem Begriff Gottesdienst eine zeitlich und räumlich begrenzte Vorstellung. Mit anderen Worten sie kennen ihn als Sonntagsmesse in der Kirche. Aber diene ich Gott, indem ich dem Pfarrer zuhöre und Lieder singe? Oder bedeutet dienen, sich jemandem zu unterwerfen und nur nach Seinem Willen zu handeln und seine eigenen Bedürfnisse zurückzustellen? Wir dienen zum Beispiel jeden Tag acht Stunden lang unserem Arbeitgeber, indem wir versuchen nach seinem Wunsch zu handeln, um am Ende unseren Lohn dankbar entgegenzunehmen. Wir wagen es nicht die Spielregeln der Firma bzw. des Chefs zu missachten, da wir somit mit negativen Konsequenzen rechnen müssten, die dann auch gerechtfertigt wären. Wie müsste also der Gottesdienst tatsächlich aussehen? Um jemandem zu dienen, müssen wir natürlich Kenntnis von ihm und seinen Eigenschaften besitzen. Das heißt, die Bedingung für einen Gottesdienst ist die Erkenntnis, dass ein realer Gott existiert, was man sich immer wieder ins Gedächtnis rufen muss, um ihn nicht zu vergessen, weil wir uns nur allzu oft auf unsere beschränkten Sinne verlassen. Hier finden wir unter anderem den Sinn im täglichen fünfmaligen Gebet im Islam. Denn auf diese Weise wird der Gläubige aus seinem alltäglichen Rhythmus herausgerissen, um spätestens dann Allah wieder zu gedenken und seine vorangegangenen Taten und Gedanken zu reflektieren und sie gegebenenfalls wieder in die richtigen Bahnen zu leiten. Zusätzlich hat das Gebet einen guten Nebeneffekt, indem er dem stressgeplagten Menschen, Ruhe und Kraft gibt, was sich andere Menschen heutzutage aus der Meditation holen.

Um ferner Allah dienen zu können, müssen wir in Erfahrung bringen, was Er von Seinen Geschöpfen verlangt. Um uns dies mitzuteilen, hat er die Bücher, die Thora, das Evangelium und den Quran herniedergesandt und Seine Propheten und Gesandten, wie Adam, Noah (Nuh), Abraham (Ibrahim), Moses (Mussa), David (Dawud), Salomon (Sulaiman), Jesus (’Isa) und Mohammed, Allahs Segen und Frieden auf ihnen, gesandt, die alle die selbe Botschaften verbreiteten: Glaubt nur an den einen Gott und an den Jüngsten Tag! Sie riefen die Menschen auf, das Wissen von Allah weiterzugeben und sich für Ihn einzusetzen bis sein wahres Wort über allem steht. Das bedeutet Gottesdienst! So versucht der praktizierende Muslim, sein Leben nach seinem Schöpfer auszurichten, indem er die persönlichen Bedürfnisse besonders materieller Art zurückschraubt und die Menschen zum Glauben aufruft, in welcher Form auch immer. Denn den Menschen begleiten drei Dinge zum Grab: seine Angehörigen, sein Vermögen und seine Taten. Zwei davon bleiben zurück: seine Angehörigen und sein Besitz. Seine Taten nimmt er jedoch mit. Sie werden die Waagschale füllen oder auch nicht. Seinen Besitz, möge er so schwer wie die Erde sein, wird Allah nicht annehmen. Nun wird jeder Mensch die Absicht seines Handelns überprüfen müssen. Steht er jeden Morgen um seiner Selbstwillen auf oder aus Liebe und Furcht vor Allah, Der ihn auch hätte weiterschlafen lassen können? Aber Allah ist doch barmherzig, Er wird uns unsere Fehler sicherlich verzeihen. Allah ist barmherzig. Doch wie viel Recht hat man auf Seine Barmherzigkeit, wenn man an sie gar nicht glaubt? Wie viel Recht hat man auf das Jenseits, wenn man das für ein Hirngespinst hält? Was erwartet man von Allah, wenn man Ihn nicht einmal erkennt oder nicht einmal versucht Ihn zu finden? Was hat derjenige verdient, der seinen gegenüber verspottet und auslacht, weil er von Allah und dem Jüngsten Tag spricht? Allah weiß es am besten. Er sieht, wie sie jeden Seiner Propheten verspotteten, vertrieben und gar töteten. Warum sollte es heute denjenigen anders ergehen, die an Allah festhalten und die Menschen zur Hingabe an Allah aufrufen?

„Jedoch die meisten Menschen glauben nicht.“ (Quran 13:1)

Ein weiterer Bestandteil des Gottesdienstes ist die Dankbarkeit, die sich in Form des Gebets und vor allen Dingen in der Anerkennung manifestiert.

Allah sagt: „Habt ihr das Wasser betrachtet, das ihr trinkt? Seid ihr es, die es aus den Wolken niedersenden, oder sind Wir es, die es niedersenden? Wollten Wir, könnten Wir es bittersalzig machen. Warum also dankt ihr (Mir) nicht?“ (Quran 56:68-70)

Er gibt uns Lohn, ohne etwas dafür geleistet zu haben. Wie bitter wäre das Leben ohne reichlich Wasser. Kein Geld dieser Welt könnte den Wert eines Schluck Wassers bei größtem Durst gerecht werden. Öffne den Kühlschrank, und Du wirst darin nichts finden können, was nicht Allah uns gegeben hat. „Aber ich habe es durch härteste Arbeit verdient.“ Allah gibt uns den Körper als Werkzeug, den Er morgen auch krank machen kann, wenn es Sein Wille ist. Er verschafft uns die Arbeit und nicht der Zufall oder der Arbeitgeber. Er hat Macht über alle Dinge! Deshalb sucht der Gläubige Hilfe nur bei Allah, denn außer Allah kann ihm keiner helfen. Und wenn dem Muslim schlechtes widerfährt, sieht er gutes darin und dankt Allah dafür, weil er weiß, dass Er seine Diener prüfen will. Die Geduld ist die Eigenschaft, die einen wahren Muslim auszeichnet. Wir danken Menschen ohne zu zögern, aber was Allah betrifft, darüber müssen wir noch einmal nachdenken. Wir verschlingen und stopfen in uns rein, und vergessen, dass es das ist was der Mensch eigentlich braucht und nicht Geld und Wohlstand.

Der Gottesdienst des Muslims äußert sich also in seinen Gedanken, Absichten, Worten und Taten und das jeden Tag, jede Stunde und jeden Augenblick. Das bedeutet natürlich nicht, dass jeder Gläubige diese Intensität erreicht. Sie hängt von der Stärke des Glaubens, des Imans, des einzelnen ab. Nichtsdestotrotz ist ihm der Wille Allahs bekannt, nämlich die völlige Hingabe, und somit ist sein Ziel bzw. der Sinn seines Lebens festgelegt. Er trachtet nach Allah und nicht nach irdischen Gütern oder Gelüsten, in denen er Glückseligkeit sowieso nicht finden würde.

An dieser Stelle möchte ich den in den Medien oft zitierten Begriff des Djihads einmal aufklären. Djihad bedeutet Anstrengung auf dem Wege Allahs. Da der Weg nun deutlich geworden ist, sollte man erwähnen, welche Schwierigkeiten einem auf diesem Wege entgegenstreben. Das größte Hindernis ist der Gläubige selbst mit all seinen Bedürfnissen, Gelüsten und Trieben, die es gilt jeden Tag, jede Stunde und Minute zu bekämpfen und zu unterdrücken. Meiner Meinung nach ist das die größte Prüfung für alle Menschen, nämlich sich selbst zu erkennen und sich von seinem Ego loszureißen. Denn der Mensch ist als Triebwesen erschaffen worden mit großem Potential, und wenn dieses zur vollständigen Entfaltung käme, würde er sich kaum noch vom Tier unterscheiden.

Allahs Gesandter, Allahs Segen und Frieden auf ihm, empfahl uns um die Triebe und Gelüste zu unterdrücken, das Fasten und die Heirat. Die Ehe ist 50% des Glaubens. Hier gilt es Kompromisse zu schließen, aufeinander zuzugehen und sich in Geduld zu üben. Aber auch und vor Allendingen den Partner zu lieben, für ihn zu kämpfen und bei auftauchenden Problemen nicht sofort die Flinte ins Korn zu werfen. Denn das meistgehasste von den erlaubten Dingen im Islam ist für Allah die Scheidung. Djihad bezeichnet man ferner den Weg zum Gebetshaus und die gründliche Waschung vor dem Gebet. Als Djihad bezeichnet man auch, wenn der Muslim vor den tyrannischen Herrscher tritt und ihm seine Fehler aufzeigt. Djihad ist aber auch Kampf, der aber keinesfalls geheiligt ist. Der Krieg ist nicht geheiligt. Sondern er dient in erster Linie zum Zwecke der Verteidigung, als Mittel der Vergeltung und als Mittel ein Volk von seiner tyrannischen Herrschaft zu befreien. Er darf auch nur dann angewendet werden, wenn sämtliche andere Mittel versagen. Djihad bedeutet also, die Anstrengung auf dem Wege Allahs.

In all diesen Zusammenhängen taucht oft auch der Begriff des Fundamentalismus auf, der stets mit Terrorismus in Verbindung gebracht wird. Demgegenüber stellt sich der, in der Welt gelobte, liberale Islam vor. Nun möchte ich erst mal die Bedeutungen des fundamentalen und liberalen zunächst einmal genauer beleuchten. Fundamentalismus beinhaltet das lateinische Wort „Fundus“, was übersetzt „Basis“ oder „Ursprung“ bedeutet. Liberal dagegen stammt von „Libere“, was wörtlich übersetzt „Freiheit“ und im modernen Sinn auch „Großzügigkeit“ bedeutet. Nehmen wir mal an ein Mensch kennt sich genauestens mit den Gesetzen seines Landes aus und versucht sie auch bis in das kleinste Detail zu befolgen, denn er weiß, dass es kein besseres Gesetz gibt. Ein anderer kennt diese Gesetze ebenfalls und ist sich auch darüber im Klaren, das sie das optimale sind. Und trotzdem bricht er sie ab und zu, indem er mal bei rot über die Ampel fährt und hier und dort Steuern hinterzieht. Wenn ich nun versuche, die oben genannten Begriffe der jeweiligen Person zuzuordnen, würde ich die erste als Fundamentalist und die andere als Liberalist bezeichnen. Wer von beiden ist der bessere vor dem Gesetz? Ich sage eindeutig: „der Fundamentalist.“ Genauso verhält es sich mit dem Fundamentalismus im Islam, nur mit dem Unterschied, dass das Gesetz von Allah gemacht ist, in Form des heiligen Quran und der Sunnah des Propheten, Allahs Segen und Frieden auf ihm, was auch dem letzten Muslim auf dieser Kugel bekannt ist. Ein Fundamentalist ist also jemand, der keine Abweichung von Allahs Wort duldet, denn ansonsten würde er Allah die Kompetenz absprechen zu wissen, was für den Menschen am besten ist. Der liberale Muslim dagegen erkennt zwar Allahs Gesetze an, hat aber keine Bedenken sie ab und an zu überschreiten oder wenn nötig sie auch zu ändern. Und jede kleinste Änderung sammelt sich zu einer großen an, so dass wir eines Tages kaum noch Ähnlichkeiten zwischen dem Ursprünglichen und dem Tatsächlichen feststellen können. Und wer behauptet, dass Gesetz müsste sich der Moderne anpassen, geht davon aus, dass Allah rückständig ist und die menschliche Entwicklung nicht absehen konnte. Doch Allah weiß alles. Er hat Kenntnis von der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, denn Er hat die Zeit für den Menschen geschaffen.

Wozu der religiöse Liberalismus führt, sehen wir ja deutlich in der christlichen Welt. Nach liberalem westlichen Verständnis wollte Gott früher nicht, dass sich zum Beispiel eine Frau in der Öffentlichkeit entblößt und ihre Reize zeigt, um ihre Reinheit zu wahren. Aber heute ist das in Ordnung und bestimmt in Seinem Sinne, da der Mensch doch aufgeklärter und zivilisierter geworden ist. Gott wollte bestimmt dass man an jeder Ecke einen Sexfilm kaufen kann, Er wollte auch dass Alkohol getrunken wird und Er wollte, dass das Fach Religion schon in der 9. Klasse abgewählt werden kann, weil es ja nicht so wichtig ist. Hier hat der Mensch die Grenzen Allahs übertreten, indem er seinen Verstand als Absolutes ansah und Allah immer mehr in Vergessenheit gerieten ließ. Und genau gegen diese Entwicklung kämpft der Fundamentalist an, im Gegensatz zum liberalen Muslim, der mit der Zeit zum gleichen Punkt gelangen würde, wo sich das Christentum heute befindet.

„O Leute der Schrift, übertreibt nicht in eurem Glauben und sagt von Allah nichts als die Wahrheit. Wahrlich, der Messias, Jesus, Sohn der Maria, ist nur der Gesandte Allahs und Sein Wort, das Er Maria entboten hat, und von Seinem Geist. Darum glaubt an Allah und Seine Gesandten, und sagt nicht: "Drei." Lasset (davon) ab - (das) ist besser für euch. Allah ist nur ein einziger Gott. Es liegt Seiner Herrlichkeit fern, Ihm ein Kind zuzuschreiben. Sein ist, was in den Himmeln und was auf Erden ist; und Allah genügt als Anwalt.“ (Quran 4:171)

„Dies ist Jesus, Sohn der Maria - (dies ist) eine Aussage der Wahrheit, über die sie uneins sind. Es geziemt Allah nicht, Sich einen Sohn zu nehmen. Gepriesen sei Er! Wenn Er etwas beschließt, so spricht Er nur: "Sei!" und es ist.“ (Quran 19:34-35)

Dies sind Allahs Worte aus dem heiligen Quran. Wir beten nicht Jesus, Allahs Frieden auf ihm, an und suchen auch keine Vergebung bei ihm. Jesus, Allahs Frieden auf ihm, war ein Mensch, wie jeder andere Prophet auch, mit dem Unterschied, dass sie von Allah gesandt wurden, um die Wahrheit zu verbreiten mit verschiedenen von Allah gegebenen Mitteln. Moses, Allahs Frieden auf ihm, hatte seinen Stab, mit dem er zum Beispiel das Meer spaltete. Salomon, Allahs Frieden auf ihm, besaß die Fähigkeit mit den Tieren und den Ginn zu sprechen. Jesus, Allahs Frieden auf ihm, konnte bereits im Mutterleib und als Säugling sprechen und später Wunder vollbringen, indem er Tote wiederauferstehen ließ. Mohammed, Allahs Segen und Frieden auf ihm, konnte weder lesen noch schreiben, brachte jedoch den Menschen den Quran, der an sich das Wunder ist. Ferner lernen wir von ihm, dass wir keinen Propheten herausheben sollen. Sie alle dienen dem einen Gott. Er sagt uns, dass Mohammed, Allahs Segen und Frieden auf ihm, der letzte Gesandte bis zum Jüngsten Tag bleiben wird und dann Allah Jesus, Allahs Frieden auf ihm, auf die Erde schickt, um unter anderem das Christenkreuz zu zerbrechen und das Schwein zu töten, als Zeichen gegen die Lügen, die die Menschen gegen Allah aufgestellt haben. Das erste Gebot lautet: „Du sollst keine anderen Götter haben neben Mir.“ Aber wie viele Menschen glauben an die Dreifaltigkeit, beten das Kreuz an und suchen Hilfe bei „der Mutter Gottes“. Hoch Erhaben ist Er über alles was sie Ihm andichten.

Gott hat eine Mutter? Er wurde so geboren, wie ein Mensch geboren wird? Allah bewahre!

Nein! Wenn wir Ihn das erste Mal erblicken, werden wir von Seiner Schönheit, Pracht und Kraft so überwältigt sein, dass wir 500 Jahre nicht mit der Wimper zucken. Unsere Sinne lassen diese Vorstellung gar nicht zu, weil sie doch so schwach und begrenzt sind. Er wird alle Menschen vor sich versammeln und jeden einzelnen zur Rechenschaft ziehen. Er wird fragen: „Was hast Du getan?“ Der eine wird sagen, dass er gearbeitet hat, der andere, dass er Profifußballer war, ein dritter, dass er Karriere gemacht hat und weiterer, dass er alten Menschen geholfen hat. „Aber was hast Du für mich getan, oder hast Du mich vergessen, Der Der dich aus einem Samentropfen erschaffen hat?“

Allah sagt im Quran: „Sprich: "Sollte ich einen anderen Herrn als Allah suchen, wo Er doch der Herr aller Dinge ist?" Und keine Seele wirkt, es sei denn gegen sich selbst, und keine Lasttragende (Seele) soll die Last einer anderen tragen. Zu eurem Herrn werdet ihr dann heimkehren, und Er wird euch über all das belehren, worüber ihr uneins wart.“ (Quran 6:164)

Was also ist der Sinn deines Lebens? Unser Prophet Mohammed, Allahs Segen und Frieden auf Ihm, sagte: „Und würdest du dem Sohn Adams ein Tal voller Gold geben, er wird solange nicht ruhen, bis er ein zweites hat.“ Willst du Spaß, Geld, Familie oder Karriere? Wenn du glaubst, die Antwort hier zu finden, dann solltest du dich voll darauf konzentrieren diese zu erreichen, denn du lebst doch nur einmal, oder nicht? Ich habe entschieden, obwohl ich bei weitem noch nicht alles kosten konnte, dass diese Dinge meine persönlichen Bedürfnisse nur stillen, meine Seele jedoch nicht befriedigen. Die Antwort all meiner Fragen, Allah sei gedankt, habe ich in Allah und Seiner Religion gefunden. Dem Islam.

Man muss nicht lange überlegen, um zu dem Ergebnis zu kommen, dass ein Leben ohne den Glauben an Allah absolut sinnlos ist. Wir haben nur einen begrenzten Aufenthalt auf Erden und alle bewegen sich auf den gleichen Punkt zu. Den Tod. Welche Schmerz, welche Mühe und welcher Ehrgeiz ist es Wert irgendwelchen Idealen hinterher zu rennen, wenn wir nur zu Staub werden würden, ohne die Konsequenzen unseres Lebens im Tod spüren zu können? Man kann sich einreden, dass der Sinn darin liegt, anderen zu helfen, sich selbst zu erkennen, Kinder in die Welt zu setzen oder sich mit der Natur zu vereinen. Jeder weiß, dass das eine Lüge ist. Die Wahrheit ist, dass wir nicht das Produkt einer Kette von Zufällen sind, sondern dass Allah uns geschaffen hat, dass wir zu Ihm zurückkehren und Ihm Zeugnis unserer Taten ablegen werden. Und ich bete, dass Er meine guten Taten und Absichten annimmt, mir Seine Barmherzigkeit schenkt und mir Frieden und ewige Glückseligkeit gibt. Amin.


Der Mensch

Der Mensch ist ein Wesen, welches Regeln und Gesetze braucht, um in einer Gemeinschaft leben zu können. Das Gemeinschaftsleben stellt seit je her die Priorität der menschlichen Existenz dar, da es nur so dem einzelnen ermöglicht in Frieden zu leben. Würde man den Menschen sowohl in seinem Handeln aber auch in seinen Gedanken nicht einschränken, würde sich folglich das Recht des stärkeren durchsetzen. Die Folge wäre ein ständiger Kampf um Recht und Besitz, was man dann als Anarchie bezeichnen würde.

„Dass man das Handeln des einzelnen einschränkt, ist absolut notwendig, aber dass Gedanken kontrolliert werden sollen, widerspricht der liberalen Idee und entzieht dem Menschen das fundamentale Recht auf freie Meinung.“ Dies ist eine These, die sich in den Köpfen vieler Demokratie-Liebender und „Intellektueller“ Menschen eingenistet hat und buchstäblich nicht mehr wegzudenken ist. Natürlich ist es der falsche Weg, dem Menschen explizit vorzuschreiben, was er denken soll. Ist es denn der Richtige, ihm mit ausgestreckter Hand sämtliches Gehirnfutter anzubieten, egal ob gut oder schlecht, um ihn dann selbst entscheiden zu lassen, was er frisst und was nicht? Was der eine für richtig hält, ist für den anderen falsch. Mit anderen Worten, der Mensch ist nicht in der Lage zu objektivieren, da jeder Gedanke rein subjektiver Natur ist. Wenn man also nicht vorgeben würde, was gut oder böse ist, läge die Ansicht des Menschen darüber in einem weiten Feld. „Ja, aber das Gewissen lässt uns doch darüber entscheiden.“ Das tut es auch, bloß dass das Gewissen von Mensch zu Mensch verschieden ist und sich durch Zeit und Gesellschaft verändert und sich somit sein Urteil ebenfalls ändert. Als Kind hatte ich ein schlechtes Gewissen gehabt, als ich die erste Tafel Schokolade geklaut habe. Als Jugendlicher spürte ich nicht die geringste seelische Regung beim Klauen von Dingen mit recht hohem materiellem Wert. Wie kommt es, dass ein 15jähriger mit vollkommener Gelassenheit im Fernsehen darüber redet, wie er seinen besten Freund wegen eines Streites über eine Jacke getötet hat und es nicht im geringsten bereut, wobei ihm sein Vater noch zustimmend auf die Schulter klopft? Wissen sie denn nicht was gut und böse ist? Doch sie wissen es. Sie haben ihr demokratisches Recht in Anspruch genommen, selbst zu entscheiden, was richtig ist. Doch was ein Demokrat nie zugeben würde ist, dass das System ihn dort hingeführt hat. Er hatte die Wahl. Er hatte die Wahl zwischen gut und böse. Und im Islam unterdrückt man den Menschen, indem man ihm keine Wahl zwischen gut und böse lässt. Hier kann der Mensch nur zwischen gut und gut entscheiden. Und da kein Mensch aufgrund seiner Subjektivität die ursprüngliche und absolute Bedeutung von gut und böse kennt, lässt der Muslim Allah dies entscheiden. Denn der wahre Gläubige vertraut auf Allah. Allah sagt über diese Menschen im Quran:

„Diese glauben an Allah und an den Jüngsten Tag und gebieten das, was Rechtens ist, und verbieten das Unrecht und wetteifern in guten Werken; und diese gehören zu den Rechtschaffenen.“ (Quran 3:114)

Wo ist das Gesetz, das eindeutig das Recht vom Unrecht unterscheidet, anstatt immer wieder seine Machtlosigkeit und Unfähigkeit gegenüber dem offenkundigen Unrecht zu demonstrieren? Oder trifft es etwa nicht zu, dass ein Steuerhinterzieher oftmals härter bestraft wird als ein Kinderschänder? Allein schon die Tatsache, dass wir uns bei der Antwort nicht ganz sicher sind, beschreibt die Misere unseres Rechtssystems. Der Mensch ist nicht mehr fähig oder bereit das Böse konsequent und uneingeschränkt zu verurteilen, ohne es vorher ausdiskutiert zu haben, obwohl der Tatbestand bewiesen und eindeutig ist. Da wir ja eine tolerante Gesellschaft sind, sollten wir versuchen für alles Verständnis aufzubringen. Ich bin fest davon überzeugt, dass jeder Mensch, der für eine längere Zeit mit dem blutrünstigsten Mörder in einem Raum eingesperrt wäre, letztlich für diesen mit seinen Taten Verständnis zeigen würde. Um jedoch Frieden und Sicherheit gewährleisten zu können, ist es unabdingbar, das Gute vom Bösen zu trennen. Hiermit ist in erster Linie aber nicht der Mensch gemeint, sondern die Wurzeln des Bösen, sprich die Faktoren, die das schlechte im Menschen wachsen lassen.

Und da der Gedanke vor der Tat steht, ist es, wie oben schon erwähnt, erforderlich die Gedanken in Gewisserweise „einzuschränken“, genauer gesagt, die Menschen von schlechten Gedanken fernzuhalten. Man kann nicht bestreiten, dass die Person hierbei beeinflusst wird. Doch der Mensch wurde und wird ständig von irgendetwas beeinflusst. Heutzutage beeinflusst ihn das Geld, der Fernseher, der Verkäufer, der Bekannte, die Zeitung, die Bunte und das Schulbuch, das ihn lehrt, dass der Mensch vom Affen abstammt. Wie soll er dann nicht daran glauben, wenn er ständig damit konfrontiert wird? Wenn wir doch in einer christlichen Gesellschaft leben, wo ist dann die Stimme, die sich gegen diese Lüge erhebt? Denn jeder Christ hat mit seiner Taufe bezeugt, dass Gott Adam als ersten Menschen erschuf. Ich bin mit dem Glauben aufgewachsen dass der Mensch vom Affen abstammt. Jedoch habe ich diese (Hypo-) These nicht selbst erstellt, sondern sie wurde immer wieder von außen an mich herangebracht. Immer und immer wieder. Es spielt erst einmal keine Rolle ob absichtlich oder unabsichtlich, Tatsache ist jedoch, dass ich beeinflusst wurde.

Heutzutage existiert kein schwarz und weiß mehr. Kein gut und böse. Und keine Lüge und keine Wahrheit. In jedem steckt von beiden etwas drin, da wir es ansonsten in eine Schublade stecken und dabei von einem Klischee sprechen würden. Der Mensch ist kaum noch fähig für etwas konsequent Einzustehen und zu verurteilen, da er Gefahr läuft, als intolerant und extrem abgestempelt zu werden. Und das Wort Toleranz stammt aus dem Wort Moral, dass aus unserem Wortschatz längst verbannt wurde.

Doch ich möchte ihnen beweisen, dass die Wahrheit und die Lüge immer noch getrennt voneinander existieren und so weit voneinander entfernt sind wie der Westen und der Osten. Es geht zum Beispiel darum zu erklären bzw. die Antwort darauf zu geben, wie die Erde samt seiner Geschöpfe einschließlich der Menschen entstanden ist. Es besteht kein Zweifel, dass das Wissen um diese Sache unsere Lebens- und Weltanschauung entscheidend prägen würde. Bisweilen sind uns zwei verschiedene Theorien über die Entstehungsgeschichte bekannt: Die eine besagt im groben, dass die Erde durch eine Kette von Zufällen und „chemischen“ Ereignissen entstanden sei. Die andere Theorie dagegen beinhaltet, dass Allah den Himmel und die Erde schuf und auf sie mit Adam Seinen Statthalter setzte. Da die beiden Theorien voneinander grundverschieden sind, ist es unmöglich sie zu vereinen. Es gilt, sich für eine von den beiden zu entscheiden, da beide gleichzeitig nicht existieren können. Es gibt nur eine Wahrheit!

Sollten wir uns für die erste Theorie entscheiden, sprechen wir Allah die Eigenschaft ab, Allmächtig zu sein. Mit anderen Worten, Allah wird von der Natur beherrscht und hat folglich auch keine Macht über Leben und Tod. Wir glauben also an keine schöpferische Macht, sondern an Zufall und Evolution. In diesem Falle wären wir Ungläubige bzw. Atheisten. Sind wir jedoch davon überzeugt, dass die andere Theorie der Wahrheit entspricht, dann müssen wir die erste deutlich verwerfen, da sie die Existenz Allahs eindeutig verleugnet.

Doch hier finden wir die Wahrheit mit der Lüge vermischt. Ein Land, in dem Christen sprich Gläubige leben und die Meinung vorherrscht, der Mensch stamme vom Affen ab. Sie tragen den Namen des Mannes, der vor 2000 Jahren behauptete, dass Gott die Erde und Adam erschuf. Warum nennen sie sich also Christen, wo sie ihm doch nicht folgen? Wie kann ein gläubiges Volk die Tatsache tolerieren gar akzeptieren, dass immer wieder propagiert wird, der Zufall hätte die Welt in Sinnlosigkeit erschaffen? Die Wahrheit ist, dass es Gläubige und Ungläubige gibt. Die Wahrheit ist, dass Gläubige jene Thesen nicht akzeptieren. Die Wahrheit ist, dass dieser Staat atheistisch regiert wird. Die Wahrheit ist, dass hier der Unglaube vorherrscht. Die Wahrheit ist, dass Allah der allmächtige Schöpfer ist.

Es gibt sicherlich eine Reihe von Christen, die an diesen Gott glauben. Trotzdem stellt sich mir oft die Frage, ob ihr Glaube bloß auf der Zunge oder tief in ihren Herzen liegt? Die Christenheit beschäftigt sich schon seit langer Zeit mit dem Problem, wer der Vater Jesus ist? Das Evangelium lehrt sie zwar von der Jungfräulichkeit Marias, dem Glauben schenken konnten sie dem nur recht schwer, so dass sie in Josef den Vater des Kindes fanden. Dieselben Christen glauben aber an Adam, der ohne Vater und ohne Mutter erschaffen wurde, und an Eva, die zwar Vater aber keine Mutter hatte. Warum sollte nun Jesus unbedingt einen Vater haben? Glauben sie etwa doch nicht an die Allmacht Gottes? Er ist es doch, der zu jeglichem sagt „sei“ und es ist. Ferner sprechen sie von der Mutter Gottes. Logischerweise könnte Gott dann auch einen Opa und eine Oma haben, oder vielleicht noch eine Tante oder gar einen Bruder. Wie schändlich ist das?! Hocherhaben ist Er von allem was sie über Ihn erdichten.

Nun aber wieder zurück zu meinem ursprünglichen Gedanken. Da wir nun wissen, dass der Mensch 24 Stunden lang von jeglichem beeinflusst wird, können wir daraus Schlussfolgern, dass die Umwelt einen großen Einfluss auf seine geistige Verfassung hat: Input ist gleich Output. Wenn wir jemandem Gutes anbieten, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass er eher positiv als negativ darauf reagiert. Hierfür gibt es natürlich keine Garantien, doch wir reden weniger davon als vielmehr von einer deutlichen Tendenz. Wenn wir nun jemandem schlechtes vorsetzen, wissen wir, mit welchen Konsequenzen wir rechnen müssen. Obwohl bekannt ist, dass die Medien insbesondere das Fernsehen einen großen Anteil am Schaden der Gesellschaft trägt, besteht seitens der Regierung kein Bedarf an Veränderung der Medienlandschaft. Die Untätigkeit begründet sich vor allen Dingen aus den wirtschaftlichen Interessen der auch politisch mächtigen Konzerne, was natürlich keiner zugeben würde. Oder warum ist das letzte Thema der meisten Reportage-Sendungen der Sex? Sicherlich nicht zum Zwecke der Erweiterung des kulturellen Horizonts. Die Frage ist nur, welche Auswirkungen dieses Überangebot in allen Formen an Sex bei jung und alt hat? Es trägt sicherlich nicht dazu bei, dass Moral und Sitte hochgehalten werden. Vielmehr führt es zu einer Enthemmung der eigenen Triebe, mit denen der eine schlechter umgehen kann als der andere. Verantwortungslos und gefährlich ist es, diese Triebe zu fördern, wo sie doch geschaffen sind unterdrückt zu werden, damit überhaupt ein Leben in Zivilisation gewährleistet wird. Und es bedarf keines Fernsehpsychiaters, der dieses Thema tot redet, um solche Sendungen zu verurteilen. Dabei meine ich auch jene, die Gewalt verherrlichen oder nachmittags Familienfehden ausfechten lassen. Die Bandbreite an Schund im Fernsehen wächst täglich und eine Umkehr scheint nicht mehr möglich.

Die vielleicht herausragendste nützliche aber auch durchaus gefährliche Eigenschaft des Menschen ist seine Anpassungsfähigkeit, die ihn in die Lage versetzt, sich an jegliche äußere aber auch innere Veränderungen zu gewöhnen. Zum Beispiel ist die menschliche Haut derart konstruiert, dass das Druckempfinden adaptiert, so dass du die Uhr, die du möglicherweise gerade am Handgelenk trägst, gar nicht mehr wahrnimmst, wo du sie doch beim anziehen deutlich gespürt hast. Auch die Psyche ist in der Lage sich an radikale Veränderungen anzupassen, selbst wenn es sich hierbei um den Verlust eines nahe stehenden Menschen handelt. Hiermit besitzt der Mensch bezüglich dieser und ähnlicher Fälle eine nützliche Eigenschaft, die ihm sein Überleben überhaupt gewährleistet, denn ansonsten würde er eine Last nach der anderen aufsammeln, um eines Tages unter ihr zusammenzubrechen.

Doch auch diese Medaille ist mit einer zweiten Seite bestückt. Die große Gefahr besteht darin, dass der Mensch seine Anpassungsfähigkeit meist unwillkürlich zum Schlechten missbraucht. Denn das ganze Leben ist ein Erfahrungs- und Anpassungsprozess, indem sich der Mensch wie bei einem Gesellschaftsspiel auf jedem neuen Feld, auf das er gelangt, für das „Ja“ oder das „Nein“ entscheidet. Keiner beginnt das Spiel am Ziel, sondern am Start, bei Null, bloß dass die Farbe der Figur die Spieler voneinander unterscheidet. Mit anderen Worten, niemand wird als Krimineller geboren, die Voraussetzungen jedoch sind unterschiedlich. Jeder Mensch ist anfangs mit einem ursprünglichen natürlichen Gewissen ausgestattet, das im Laufe der Zeit durch äußere Einflüsse sprich Erfahrungen geformt wird. Und man gerät früher oder später in Situationen, in denen man mit seinem Gewissen im Konflikt steht. Es gilt hier nun eine Schwelle zu überschreiten, wogegen sein Inneres sich sträubt, aus Gründen seiner natürlichen Abneigung und schlechter Konsequenzen. Trotzdem wagt er diesen Schritt und überschreitet diese Schwelle mit Angst und Unsicherheit. Oft bleiben danach negative Konsequenzen aus, entweder aus Gründen der Toleranz, die nicht einmal der Betroffene in seinem Inneren gespürt hat, des „Richtenden“ oder weil die Tat unentdeckt blieb. Da sie ihm sogar subjektiv gesehen materiellen oder auch geistigen Erfolg einbrachte, wird er womöglich versuchen, seine Tat zu wiederholen. Dann steht er erneut vor dieser Schwelle, bloß dass sie sich jetzt um einiges niedriger darstellt. Was also lässt jegliche Schwellen schrumpfen? Die Antwort darauf lautet: „Die Anpassungsfähigkeit, die bis zum Tode bestehen bleibt.“

Es gibt nun zwei Möglichkeiten dieser Gewohnheit entgegenzutreten. Die erste wäre, das Ziel der Begierde, die zum Schlechten führt, zu entfernen. Da dies nur bis zu einem bestimmten Punkt möglich ist, wäre die zweite Lösung die entscheidende. Nämlich die Erinnerung an das Schlechte und Böse, was natürlich, wie oben schon erwähnt, eine Form der Beeinflussung wäre. Und wenn Allah diese Beeinflussung wäre und seine Form das Gebet und der Gedanke an Ihn, wer könnte dann von einem Zwang und einer Einschränkung sprechen. Was dagegen aber gefährlich ist, ist eine bestimmte Form der Toleranz, die alles erlaubt außer Gewalt. Der Punkt dabei jedoch ist, dass Gewalt ein Mittel und kein Ziel ist. Und die Toleranz bildet das große weite Feld auf dem die Ziele zerstreut liegen, und die so weit weg sind, dass man zur Gewalt greift, um sie zu erreichen. Neben diesem sind Lügen, Unsittlichkeit, Geld und Macht weitere Mittel, um an die tolerierten später akzeptierten Ziele heranzukommen.

Toleranz ist ein großes Wort und für jedermann ein schlagendes Argument. Und derjenige, der nicht toleriert, wird von der Gesellschaft nicht toleriert. Doch was bedeutet Toleranz? Und wer oder was ist überhaupt toleranzwürdig? Toleranzwürdig ist etwas, was sich außerhalb unseres Kreises der Vernunft und Ethik befindet. Wäre es innerhalb dieser Grenzen, würde es keiner Toleranz bedürfen. Das Ziel der Gesellschaft ist es, diese Grenze, die sie selbst aufgebaut hat, zu wahren, wobei sie das Äußere bis zu einem gewissen Punkt nur toleriert und nicht akzeptiert, damit es auch bloß außerhalb der Linie ihrer Vernunft und Ethik bleibt. Aber es ist nur eine Frage der Zeit bis sich die Toleranz in Akzeptanz verwandelt und sich prompt im Kreise der Gesellschaft wieder findet. Denn das Tolerierte kämpft um seine Anerkennung solange bis man sich daran gewöhnt hat, um es dann schließlich unausgesprochen zu akzeptieren. Wenn es nicht so wäre, dann könntest du ein Beispiel finden, das vor zwanzig Jahren etwas toleriert wurde und heute nicht akzeptiert ist. Oder etwas, was über Jahrhunderte stets toleriert wurde. Die Toleranz ist eben nur eine Übergangsphase mit meistens geringer zeitlicher Begrenzung. Und so weitet sich der Kreis der Gesellschaft bis er gegen etwas Neues stößt, das gegen die Tür der Toleranz klopft. Und der Schlüssel zu dieser Tür ist die Gewohnheit und die Anpassungsfähigkeit des Menschen.

Und an diesem Punkt ist ein Gesetz gefordert, das den Menschen daran erinnert oder auch vorschreibt, was gut und was schlecht ist, damit das Letztere die Gesellschaft nicht unterwandert und schließlich bewältigt. Dieses Gesetz hat in diesem Punkt deutlich versagt, weil die Subjektivität samt seiner Gewohnheit der Verfasser war. Ferner ist es auch nicht gewillt eindeutig schlechtes zu verbieten, wo es doch offensichtlich schlechten Einfluss auf die Menschen hat. Oder müssen wir erst ein wissenschaftliches Gutachten erstellen, um herauszufinden, warum die Gewalt insbesondere bei Jugendlichen, die leichter zu beeinflussen sind als Erwachsene, eskaliert? Warum immer soviel diskutieren? Jeder wüsste, wie das zu verhindern wäre. Nur scheinbar gibt es seitens der Regierung hier keinen Handlungsbedarf. Der Islam dagegen ist konsequent und geht deshalb streng - oft verwechselt mit fanatisch - mit den schlechten äußeren Einflüssen um. Und was schlecht für den Menschen ist, weiß Allah am besten, da er doch den Menschen erschaffen hat und weiß, wie er funktioniert. Denn wenn wir zum Beispiel ein Auto vor uns haben und statt Benzin Milch in den Tank eingießen und dem Motor Honig statt Öl geben, wird das Auto nicht seiner Aufgabe gemäß funktionieren, da wir uns nicht an die Anweisungen des Herstellers gehalten haben. Er hat doch das Auto gebaut und nur er weiß genau, wie es funktioniert. Nach welcher Bedienungsanleitung sollte also dann der Mensch leben, der um einiges komplizierter als ein Auto geschaffen und sogar das Wenigste von ihm erforscht ist? Ich halte mich an Allahs Anweisungen, in denen nichts Schlechtes zu finden ist, und werde den menschlichen Irrtum nicht tolerieren.


 Der Tod

Zunächst einmal ist der „Tod“ nur ein Wort, ein Wort mit drei Buchstaben. Eins, das man mit sehr viel Respekt behandelt, indem man ihm entweder aus dem Wege geht oder man es versucht möglichst in Gesellschaft mit Hoffnung zu schmücken, die jedoch keinen Halt findet und in Einsamkeit gnadenlos abgleitet. Die Welle der irdischen Geselligkeit und Satire hat bereits sämtliche Bereiche des menschlichen Daseins, seien sie noch so ernst und tragisch, überflutet, doch einzig und allein der Tod bleibt im Trockenen. Allein das Wort verbreitet Ernsthaftigkeit und Augenblicke des Bewusstseins und der Besinnung. Für einen kurzen Moment spüren wir unsere Nichtigkeit und Sinnlosigkeit unseres täglichen Treibens, um es dann möglichst schnell wieder aufzunehmen. Denn wir wissen, dass der Tod den Sinn unserer Existenz buchstäblich in den Schatten stellt und uns unserer Motivation beraubt, falls wir ungläubig sind und davon ausgehen, dass der Tod das absolute Ende ist. Doch welche Bedeutung hat der Tod tatsächlich?

Stets ist der Mensch in seinem Leben um Sicherheiten bestrebt. Sei es nun, seine Partnerschaft zu stabilisieren, seinen Berufsstand zu festigen, seine Gesundheit zu erhalten oder seine Rente zu sichern. Denn Sicherheit bedeutet innere Ruhe und Frieden. Doch in diesen Bereichen wird der Mensch jenen Zustand niemals erreichen, weil es in ihnen keine Garantie gibt. Die absolut einzige tatsächliche irdische Sicherheit ist der Tod, nach der der Mensch meistens nicht trachtet. Und solange er dies nicht tut, solange wird er auch keinen inneren Frieden finden, denn bei allem Glück und aller Freude sitzt der Tod in seinem Hinterkopf und erinnert ihn an seine Vergänglichkeit. Mit Riesenschritten eilt er dem Tod entgegen und ist auch stets von ihm umgeben. Oder ist jemand morgens aufgestanden, hat sich die Zähne geputzt, sich ins Auto gesetzt und wusste, dass er auf dem Weg zur Arbeit tödlich verunglücken wird? Nein, er hat im Traum nicht daran gedacht und trotzdem ist es passiert. Plötzlich und völlig unerwartet. Wie also ist jemand zu verstehen, der behauptet, es sei noch viel zu früh, um sich ernsthaft darüber Gedanken zu machen? Rechne dein restliches Leben, das du erwartest, in Sekunden aus, und du wirst feststellen, dass dein Leben bloß eine reale Zahl und die Null ihr sicheres Ziel ist. Wie würde sich der Alltag eines Menschen mit diesem Bewusstsein nun darstellen? Mit Sicherheit wäre jeder Antrieb lahm gelegt, der Energie und Kraft freisetzt, um bestimmte irdische Ziele zu erreichen. Und trotzdem arbeitet das Kraftwerk Mensch auf Hochtouren um irdischer Genüsse willen. Wie ist das nur möglich? Es entzieht sich doch jeder Logik, mit jedem Tropfen Schweiß nach irdischen Dingen seien sie materiell oder auch immateriell zu streben, wo doch der Mensch weiß, dass zum Schluss etwas kommt, was ihm alles wieder wegnehmen wird.

Ein Mann sitzt auf einem Stuhl. In naher Entfernung sieht er einen Gegenstand, der ihm gut gefällt. Und in seiner Nähe ist ein bewaffneter Wächter. Steht der Mann auf? Die Antwort lautet nein. Denn warum sollte er seine Kraft verschwenden für etwas sei es noch so schön und brauchbar, was er sowieso nicht bekommen kann. Doch der ungläubige Mensch steht auf wider jede Vernunft. Es ist das gleiche Prinzip wenn man es auf das Leben bezieht mit dem Unterschied, dass die Entfernung in Zeit bemessen ist und der Wächter von den meisten ignoriert bzw. nicht ernst genommen wird. Dann wird diesen Menschen erzählt, dass es hinter ihnen etwas gibt, was lohnender und besser ist als das, was sie anstreben. Doch sie glauben dieser Rede nicht, weil sie es nicht sehen. Und um es zu sehen, müssten sie sich drehen und außerdem ist das Ziel in greifbare Nähe gerückt. Dann gibt es noch jene, die verstanden haben, dass jeder Eifer Unsinn ist, sitzen bleiben und sich nach anderen Dingen umschauen. Und der, der sucht, der findet.

Tatsächlich ist es so, dass der Mensch keine fassbaren Beweise für die Auferstehung nach dem Tode hat. Doch was er hat, ist Wissen, das ihm durch 124.000 Propheten übermittelt wurde. Und dem Wissen folgt der Glaube und nicht umgekehrt. Wenn sich der Mensch Allah nicht ergibt, dann bleiben zwei Sorten von Menschen übrig, die Allah im Quran erwähnt: der Gahil und der Kafir, Als Gahil wird ein Unwissender bezeichnet und ein Kafir ist jemand, der das Wissen bzw. die Wahrheit, die bereits zu ihm gelangt ist, verdeckt, was das Wort Kafar (verdecken) auch buchstäblich im Arabischen beschreibt. Streng genommen geht es nicht um die Frage glauben oder nicht glauben sondern um wissen und nicht wissen und wie mit diesem Wissen umgegangen wird. Denn Allah spricht im Quran: "Und jede Seele kennt die Wahrheit ". Ferner bedeutet dies, dass der Unglaube im eigentlichen Sinne gar nicht existent ist. Entscheidend ist der Wille des Menschen, der sich entweder unterwirft oder im Widerwillen verharrt, Wenn es nicht so wäre, könnte der Ungläubige für seinen Unglauben nicht bestraft werden, da er ja nicht ungläubig sein wollte. Der Glaube und das Wissen kommen von Allah und der Wille ist beim Menschen.

Nun steht der Mensch vor der Wahl: Entweder entscheidet er sich für das Diesseits und somit für das Vergängliche oder er wählt das Diesseits und das Jenseits, wobei dies eigentlich keine Frage der Wahl sondern eine der Logik und der Vernunft ist. Denn nehmen wir einmal an, dass zwei Männer in den Dschungel gehen wollen. Der eine von beiden behauptet, dass dort ein Löwe sein könnte und er deswegen lieber ein Gewehr mitnehmen will, um sich vor dem Löwen zu schützen. Der andere dagegen ist vom Gegenteil überzeugt und beschließt keine Waffe mitzunehmen. Wer ist nun der Vernünftigere von beiden und kann auch mit dem besseren Ausgang rechnen? Dies ist lediglich eine rhetorische Frage und die richtige lautet eigentlich: Was hindert diesen Mann, das Gewehr mitzunehmen? Was hindert die Menschen, die Bezeugung zu sagen, sich vor ihrem Schöpfer niederzuwerfen, einmal im Jahr zu fasten, die Armensteuer zu zahlen und einmal im Leben die Pilgerfahrt zu vollziehen?

Es ist das eigene Leben, das den Menschen hindert lebendig zu werden, wie absurd sich das auch anhört. Wann hat der Mensch die Gelegenheit bzw. nimmt sie war, mit sich allein zu sein? Sobald er aber in diesem Zustand ist, verlassen seine Gedanken die Oberfläche und suchen den Grund. Doch er findet keinen Grund. Entweder er forscht weiter oder er flüchtet sich zurück in sein Leben; in den Lärm. Und genau an dieser Stelle greift das System. Er wird mit allen Mitteln an der Oberfläche gehalten, um ihn nicht zu verlieren. Praktisch sieht das so aus, dass der Mensch ständig mit verschiedensten Dingen konfrontiert wird: Der Radiowecker geht an. Es läuft Musik. Währenddessen wäscht man sich, zieht sich an, frühstückt und schaut sich dabei eventuell noch das Frühstücksfernsehen an, bevor man aus dem Haus geht. Man setzt sich in den Wagen, macht das Radio an und fährt zur Arbeit, die ihn mit einem Berg voller Aufgaben empfängt. Man freut sich schon auf die Mittagspause, in der man ein bisschen mit den Kollegen quatschen kann. Endlich zu Hause. Die Beine werden hochgelegt und zur Entspannung ein wenig im Fernsehen rumzappen, doch es kommt sowieso nur Mist. Eine Kleinigkeit essen und ab ins Fitnesscenter. Wie krieg ich bloß meine Pfunde weg? Danach ist das Treffen mit paar Freunden im Cafe, wo man bei ein zwei Bier über den Weltschmerz redet und dann vielleicht etwas angeheitert nach Hause fährt. Um zehn Uhr kommt noch ein guter Film und dann aber wird geschlafen.

Der schlaue Mensch würde an dieser Stelle entgegnen, dass man selbst entscheiden kann, ob zum Beispiel der Finger zum Fernsehknopf geht oder nicht. Doch der Mensch gibt sich dem System hin und springt in den Fluss. Und ob er nun schwimmt oder nicht, er wird mitgerissen, und zwar in die eine Richtung. Es gibt sicherlich den einen oder anderen, der gegen den Strom schwimmt, doch lange wird er es nicht tun, da ihm die Kraft schwindet, Es sei denn, er schwimmt ans Ufer und steigt aus dieser Strömung aus. Man nennt sie auch Konsum. Man konsumiert, ob man es nun braucht oder nicht. Das spielt auch keine Rolle mehr. Und wenn, man konsumiert, dann muss man auch nichts anderes tun, denn man tut ja was. Und wenn man äußerlich nichts mehr tun würde, bliebe nur noch das innere übrig, nämlich das Denken. Doch genau das soll der Mensch nicht tun, denn dann würde er über sein Tun nachdenken und schließlich nicht mehr so viel konsumieren, was sicherlich nicht im Sinne des Systems ist. Ferner ist der Konsum ein Mittel den Menschen zu kontrollieren und seine Gedanken und Meinungen zu lenken. Denn all das, was dem Menschen eingegeben wird, kommt in einer modifizierten Form wieder heraus. Und mag der Mensch noch so intelligent sein, der Auswurf wird nicht das Gegenteil vom Einwurf sein. Wenn ich eine Dose in die Presse schmeiße, kommt sie nicht als Dose wieder heraus. Die Form hat sich zwar gänzlich verändert, doch das Blech bzw. das Material ist dasselbe geblieben.

Doch das Schwerwiegendste, was dem Menschen in diesem System angetan wird ist, dass man ihn von der Wahrheit fernhält. Doch was ist Wahrheit? Wahrheit ist, wenn man ganz alleine nachts in seinem Zimmer sitzt. Dann muss man über Wahrheit nicht mehr selbstgefällig stundenlang, philosophieren. Sie setzt sich auf deinen Kopf und wartet, wie du mit ihr umgehen wirst. Ein absolut ehrlicher Moment. Ohne äußere Einflüsse, die die Wahrheit sofort vertreiben würden. Keine Geräusche, keine Bewegung und keine Absicht. Der reinste Ist-Zustand des Menschen. Um herauszufinden, was dunkel ist, müssen wir wissen, was hell ist. Um das Böse zu erkennen, brauchen wir das Gute. Und so bringt auch die Wahrheit die Lüge ans Licht. Denn das, was gestern alles passiert ist, ist in diesem Moment völlig unwichtig und ganz weit weg. Wie weggeblasen. Dieses wahrhaftige Bewusstsein lässt dich förmlich spüren, dass du auf einer Kugel mitten im dunkeln sitzt, dass du unglaublich unwichtig und vor allen Dingen alleine bist. Wo ist der Radioknopf, der dich davor rettet? Man kann zwar ein bisschen von der Wahrheit davonlaufen, doch abhängen wird man sie nie. In diesen Momenten fragt man sich nie, ob man reich oder arm, ob man berühmt oder ob man Kinder haben wird. Vielmehr gehen einem Fragen durch den Kopf, die die Lüge niemals stellen wird, wie zum Beispiel: Was soll das ganze? Was wird mit mir geschehen? Und bei der letzten Frage wird einem deutlich, dass man sterben wird und merkt, weil man nachgedacht hat, dass das Ende gar nicht mal so weit weg ist. Man wird des Todes bewusst und erkennt die Bedeutungslosigkeit des alltäglichen irdischen Treibens. Doch was passiert in den meisten Fällen am Tag darauf? Das, was ich oben bereits beschrieben habe. Der Mensch gibt sich der Lüge hin und verdrängt das, was er weiß. Doch manch einer lässt sich darauf nicht ein und versucht mit der Wahrheit zu leben, um sich nicht selbst zu betrügen. So wird er sein Tun mehr nach dem Tod ausrichten als nach dem Leben. Und um das tun zu können, wird er daran glauben, dass der Tod nicht das Ende ist. Würde er nicht daran glauben, könnte er auch nicht mit der Wahrheit leben, denn dann wäre jeder Schritt absolut sinnlos. Das bedeutet Wahrheit und Glaube können nur zusammen existieren, also sind sie eins. Und der Punkt ist, dass man nicht glaubt, weil man mit der Wahrheit lebt, sondern man lebt mit der Wahrheit, weil man glaubt. Folglich lebt der Ungläubige mit der Lüge.

Die Wahrheit ist, dass Allah existiert und wir alle werden schon in naher Zukunft Rechenschaft über unser Leben und unser Wissen ablegen müssen. Dann wird der eine bis zu seinen Knien, der andere bis zur Hüfte und der dritte bis zum Hals in seinem eigenen Schweiß stehen, so die Aussage des Gesandten Allahs, Segen und Heil auf ihm. So verleugne nicht die Wahrheit, erkenne Allah an und strebe nach seinem Wohlgefallen, auf das du die ewige Glückseligkeit erfahren mögest. Denn das einzige, was du verlierst, wenn du den Glauben annimmst, ist die Lüge.

 

Idris Fakiri