Das ist die aufrechte Religion - Seite 4

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Einige der älteren und neueren Gelehrten der Schriftbesitzer glaubten und wanderten aus zu Allah und Seinem Gesandten und fanden in den Schriften Allahs Hinweise auf die Prophetenschaft des Propheten und Siegels der Gottgesandten (Muhammad) und Stellen in der Thora, den Psalmen und dem Evangelium, die sie und desgleichen die Jünger (zuvor) nicht in Erwägung gezogen hatten. Als dann die Parteien unter ihnen sich zerstritten, rechtleitete Allah die Gläubigen durch Seine Gunst zu dem von der Wahrheit, worüber sie sich zerstritten, und entsandte den Propheten, den der Messias und dessen Vorgänge unter den Propheten angekündigt hatte, als Rufer zur Religion Abrahams und der Religion der Gesandten vor und nach ihm; nämlich der alleinigen Anbetung Allahs, Der keinen Teilhaber hat, und der aufrichtigen Ausrichtung aller Religion auf Allah und der Reinigung der Erde von der Götzenanbetung und der Säuberung der Religion von jeder Art des Polytheismus, nachdem die Götzen in Syrien und anderen Gebieten des Staates der Kinder Israels sowie dem Staat derer, die sich Christen nannten, angebetet worden waren. Und er befahl den Glauben an alle herabgesandten Schriften Allahs wie der Thora, dem Evangelium, den Psalmen und dem Qur´an, sowie an alle Propheten Allahs von Adam bis Muhammad.

 

Allah, der Erhabene, sagte:

Und sie sagen: "Seid ihr Juden oder Christen, dann werdet ihr rechtgeleitet sein." Sprich: "Nein! (Wir befolgten) die Religion Abrahams, der rechtgläubig war und nicht den Götzenanbetern angehörte." Sprecht: "Wir glauben an Allah und an das, was uns herabgesandt worden ist, und was Abraham, Ismael, Isaak, Jakob und den Stämmen (Israels) herabgesandt wurde, und was Moses und Jesus gegeben wurde, und was den Propheten von ihrem Herrn gegeben worden ist. Wir machen zwischen ihnen keinen Unterschied, und Ihm sind wir ergeben." Wenn sie so glauben, wie ihr glaubt, dann werden sie rechtgeleitet sein; wenn sie sich aber abwenden, so sind sie nur in Abspaltung geraten. Doch Allah wird dir wider sie genügen, und Er ist der Allhörende, der Allwissende. [2:135-137] Sprich: "O Volk der Schrift, kommt herbei zu einem gleichen Wort zwischen uns und euch, daß wir nämlich Allah allein dienen und nichts neben Ihn stellen und dass nicht die einen von uns die anderen zu Herren nehmen außer Allah." Und wenn sie sich abwenden, so sprecht: "Bezeugt, dass wir (Ihm) ergeben sind." [3:64] Und keinem Menschen steht es zu, dass Allah zu ihm sprechen sollte, außer durch Eingebung oder hinter einem Vorhang oder, indem Er einen Boten schickt, um durch Sein Geheiß zu offenbaren, was Er will; Er ist Erhaben, Allweise. [42:51] Es darf nicht sein, dass ein Mensch, dem Allah die Schrift und die Weisheit und das Prophetentum gegeben hat, alsdann zu den Leuten spräche: "Seid meine Diener neben Allah." Vielmehr (soll er sagen): "Seid Gottesgelehrte mit dem, was ihr gelehrt habt und mit dem, was ihr studiert habt." Und Er gebietet euch nicht, euch die Engel oder die Propheten zu Herren zu nehmen. Sollte Er euch den Unglauben gebieten, nachdem ihr (Ihm) ergeben geworden seid? [3:79,80]

Und er befahl ihm, sein Gebet und seine Wallfahrt zu Allahs verwehrtem Haus (die von Abraham und Ismael - Friede über sie - in Mekka als erstes Gotteshaus der Welt erbaute Ka´ba wurde von Allah dadurch geehrt, daß Er sie zur Blick- und Wallfahrtsrichtung für die Gläubigen in aller Welt machte. Sie wird verwehrtes Haus (bayt al-haram) genannt, weil in ihrer Umgebung jede Ausschreitung, jedes Blutvergießen, jede Übertretung kraft göttlichen Gebotes verwehrt ist.) hin durchzuführen, das Sein Freund Abraham, der Vater der Propheten und Führer der Rechtgläubigen, erbaut hatte, und Er machte seine Gemeinschaft zu einer gemäßigten. So übertrieben sie nicht in Bezug auf die Propheten wie jene, die übertrieben, indem sie die Propheten Allah gleichsetzten und ihnen etwas von Göttlichkeit anhafteten und ihnen dienten und sie zu Fürsprechern machten. Und sie zeigten keine Härte wie jene, die dies taten, die ihnen auferlegten Verbote verachteten und ihnen gegenüber Ungehorsam äußerten, Nein, sie achteten die Propheten, d. h. sie ehrten sie und halfen ihnen und glaubten an das, womit sie gekommen waren, und gehorchten ihnen und folgten ihnen und befolgten ihr Beispiel und liebten sie und schätzten sie und beteten niemanden an außer Allah, vertrauten nur auf Ihn und baten niemanden außer Ihm, rechtgläubig die Religion auf Ihn ausrichtend.

Desgleichen sagten sie in Bezug auf die Gesetze, was Allah uns befohlen hat, das befolgen wir, und was Er uns verboten hat, davon lassen wir ab; und wenn Er uns etwas verbietet, das Er zuvor gestattet hatte, so wie Er den Kindern Israels etwas verbot, was Er Jakob gestattet hatte, und wenn Er uns etwas erlaubt, was verboten war, so wie der Messias manches von dem gestattete, was Allah den Kindern Israels verboten hatte, so hören wir und gehorchen. Niemanden außer den Gesandten und Propheten Allahs steht es jedoch zu, die Religion Allahs zu verändern noch, in der Religion etwas zu erfinden, wozu Allah keine Vollmacht gegeben hatte. Denn die Gesandten sprachen nur als Verkündigung von Allah, und Ihm, gepriesen sei Er, sind Schöpfung und Befehl eigen. Denn so wie niemand außer Ihm erschafft, erlässt auch niemand außer Ihm Befehle:

... Die Entscheidung liegt einzig bei Allah. Er hat geboten, Ihn allein zu verehren. Das ist der richtige Glaube, jedoch die meisten Menschen wissen es nicht. [12:40]

Diese Gemeinschaft schlug einen Mittelweg ein in Bezug auf Reinheit und Unreinheit, Erlaubtes und Verwehrtes und die Charaktereigenschaften, und sie zeigten weder Härte, wie es die Früheren taten, noch Milde, wie es die Späteren taten, sondern sie behandelten die Feinde Allahs mit Härte und behandelten die Freunde Allahs mit Milde und Barmherzigkeit und sagten über den Messias, was Er, der Gepriesene und Erhabene, und was der Messias und die Jünger sagten; nicht, was die Übertreibenden und die Ablehnenden sagten.

Die Jünger hatten bereits vom Siegel der Gesandten angekündigt, dass er im Lande des Jemen entsandt werde (der Jemen steht in diesen Prophezeiungen stellvertretend für Arabien, indem die Araber ethnologisch gesehen aus dem Gebiet des Jemen abstammen) und dass er mit dem Stab der Erziehung, nämlich dem Schwert, entsandt werde. Und der Messias hatte verkündet, daß er mit klaren Beweisen und Erläuterungen kommen werde, während der Messias mit Gleichnissen kam. Und es gäbe darüber noch vieles zu erzählen...

Was der Herrscher seiner Religion und seines Volkes mitteilt, lässt mich seinen Glauben, seinen Vorzug, seine Liebe zum Wissen und seine Suche nach Kenntnis wissen, und ich sehe, daß Sayh Abu al-Abbas aus Jerusalem (früherer Kriegsgefangener und Überbringer dieses Briefes) dem König wegen seiner Nachgiebigkeit, seiner Milde und seinem Entgegenkommen in Bezug auf ihn, als auch den Priestern und ihresgleichen dankbar ist.

Wir sind Leute, die für jeden das Gute wünschen und wünschen, dass Allah euch das Gute sowohl in Diesseits als auch im Jenseits gibt, denn das Gewaltigste, womit man Allah dienen kann, ist, Seinen Geschöpfen einen Rat zu geben, und deshalb entsandte Allah die Propheten und Gesandten. Und kein Rat ist gewaltiger als der Rat die Beziehung des Menschen zu seinem Herrn betreffend, denn der Mensch wird ohne Zweifel seinen Herrn treffen, und Allah wird zweifellos mit Seinem Sklaven abrechnen, so wie der Erhabene sagte: Wahrlich, Wir werden jene fragen, zu denen (die Gesandten) geschickt wurden, und Wir werden die Gesandten fragen. [7:6]

Was das Diesseits betrifft, so ist es verachtungswürdig, und was darin groß ist, ist gering, und das Ziel seiner Belange ist Geld und Macht. Das Ziel des Mächtigen ist, wie Pharao zu sein, an dem Allah Sich rächte, indem Er ihn im Meer ertränkte, und das Ziel des Vermögenden ist, wie Krösus zu sein, den Allah in der Erde versinken ließ, wo er wegen dem Schaden, den er dem Propheten Allahs, Mose, zugefügt hatte bis zum Tage der Auferstehung hin- und hergeworfen wird.

Die Anordnungen des Messias und der ihm vorausgehenden und es ihm nachfolgenden Gesandten befahlen allesamt die Anbetung Allahs, das Erstreben der jenseitigen Wohnstätte und das Meiden der Blüte des diesseitigen Lebens. Da das Diesseits verachtungswürdig ist, so sehe ich, dass das Großartigste, das dem Beherrscher der Leute geschenkt werden kann, ist, mit ihm das Gespräch über Religion durch die Erwähnung dessen zu beginnen, womit man Allah näher kommt; und die Rede über das angewandte Recht baut auf den Grundlagen auf, und ihr wisst, dass Allahs Religion nicht der eigenen Neigung noch den Bräuchen der Väter und Wohlhabenden entspricht, sondern der Vernünftige blickt auf das, was die Gesandten brachten und auf das, worüber die Leute einig sind und worüber sie uneinig sind, und dient Allah durch aufrichtigen Glauben und rechtschaffenes Tun in der Beziehung zwischen ihm und Allah. Wenngleich der Mensch nicht jedem alles, was in ihm ist, mitteilen kann, so nützt er doch wenigstens dieses Ausmaß.

Wenn ich jedoch das Verlangen des Königs nach Wissen und Gutem sehe, so schreibe ich ihm und antworte ihm auf seine Fragen, und ich habe bereits daran gedacht, nach Zypern zu kommen religiöser und weltlicher Dinge wegen. Doch wenn ich im König Dinge sehe, mit denen Allah und Sein Gesandter nicht zufrieden sind, so behandle ich ihm gemäß seines Tuns, denn der König und seine Leute wissen, dass Allah bereits durch Seine Gesandte im allgemeinen Wunder gezeigt hat und besonders durch Muhammad mit dem, womit Er seiner Religion half und die Ungläubigen und Heuchler erniedrigte.

Als der Sultan der Mongolen, Gazan, und seine Anhänger nach Damaskus kamen, gehörten sie bereits dem Islam an. Doch Allah, Sein Gesandter und die Gläubigen waren mit dem, was sie taten, nicht zufrieden, das sie sich an die Religion Allahs nicht hielten. Ich traf mich mit ihm und seinen Fürsten, und ich hatte mit ihnen Szenen, die darzustellen zu lange dauern würde, doch zweifellos hat der König bereits davon gehört. Allah erniedrigt ihn und seine Soldaten vor uns, sodass wir sie schließlich mit unseren Händen schlugen und mit unseren Stimmen anschrien, und der Statthalter von Sis war unter ihnen, und er war wie der kleinste Junge, sodass einige der Rufer, die mit uns waren, ihn bereits angeschrien hatten, er aber nicht zu antworten wagte, bis die Minister von Gazan ihm erzählten, welch üble Absicht er ihm gegenüber habe. Und ich war zugegen als eure Gesandten zur Küste kamen, und die Tataren berichteten mir über die Sache des Statthalters von Sis, da er auch ein trügerisches Versprechen geben wollte und die Tataren zu denen gehörten, die den Statthalter von Sis am heftigsten beleidigt hatten. Dennoch behandelten wir die Angehörigen eures Bekenntnisses mit Güte und verteidigten sie.

Die Christen wissen alle, dass, als ich mit den Tataren über dir Freilassung der Gefangenen sprach und Gazan und Qatlu Sah sie freiließen, und als ich mit meinem Herrn über sie sprach und er gestattete, die Muslime freizulassen, er zu mir sagte: "Aber es sind Christen unter uns, die wir bei Jerusalem gefangen nahmen, und diese werden wir nicht freilassen." Da sagte ich zu ihm: "Doch, alle von den Juden und Christen, die unsere Schutzbefohlenen sind, denn wir lösen sie aus und belassen sie nicht in Gefangenschaft, weder die Angehörigen unseres Bekenntnisses noch unsere Schutzbefohlenen." Da ließen wir von den Christen frei, wen Allah wollte, und das war unser Tun und unsere Güte, und Lohn ist bei Allah.

Desgleichen weiß jeder über die christlichen Kriegsgefangenen, die in unserer Hand waren, unsere Güte, unsere Barmherzigkeit und unsere Milde ihnen gegenüber, so wie uns das Siegel der Gesandten ermahnte, als er gegen Ende seines Lebens sagte: "Das Gebet und die euch untergebenen!" Und Allah der Erhabene sagte:

Und sie geben Speise - und mag sie ihnen (auch) noch so lieb sein - dem Armen, der Waise und dem Gefangenen ,[76:8]

Obwohl die Tataren sich diesem Bekenntnis unterwarfen und ihm angehörten, versuchten wir sie weder zu betrügen noch heuchelten wir ihnen gegenüber, sondern machten ihnen ihre Schlechtigkeit und Abweichung vom Islam, die ihre Bekämpfung erforderlich machten, klar, und dass die unterstützten Soldaten Allahs und Seine siegreichen Heere, die sich in Syrien und Ägypten befinden, über ihre Feinde siegreich blieben. Als zu dieser Zeit allgemein bekannt wurde, dass die Tataren Muslime waren, hörten die Soldaten auf, sie zu bekämpfen. Es wurden von ihnen Zigtausende getötet und von den Muslimen nicht zweihundert. Als das Heer sich dann nach Ägypten wandte und (dort) von der Schlechtigkeit und Religionslosigkeit dieser verfluchten Gruppe erfuhr, da zogen die Soldaten Allahs aus, und die Erde hallte von ihnen wider, und die Ebenen und Berge wurden von ihrer Vielzahl, Stärke, Ausrüstung, Glaube und Aufrichtigkeit erfüllt, und die Verständigen wurden überwältigt, umgeben von Engeln, mit denen Allah stets der rechtgläubigen, aufrichtig ihrem Schöpfer hingegebenen Gemeinschaft hilft, und sie besiegten den vor ihnen stehenden Feind, der ihnen nicht standhalten konnte. Sodann näherte sich der Feind erneut, und Er brachte über den Feind eine Strafe, die Menschen und Pferde vernichtete, und er wandte sich erniedrigt und geschlagen ab, und Allah erfüllte Sein Versprechen und half Seinen Sklaven, und er (der Feind) befindet sich heute in heftigster Anfechtung, größtem Aufruhr und (ihn) umgebendem Unglück. Doch der Islam befindet sich in einer zunehmenden Stärke und unterstützter Güte, so wie der Prophet - Allah segnete ihn und gab ihm Friede - sagte: "Allah sendet dieser Gemeinschaft zu Beginn jeden Jahrhunderts jemanden, der die Angelegenheiten ihrer Religion erneuern wird."

Dieser Religion gehört die Zukunft, und ich rate dem König und seinen Gefährten bei Allah, außer Dem es keinen Gott gibt, Der die Thora, das Evangelium und den Qur´an herabsandte.