Das ist die aufrechte Religion - Seite 6

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Du weißt, daß bei den Muslimen die Sünde nicht Fuß faßt, sondern sie wegen dem, was sie tun, gelobt werden. Aber das, über dessen Vorzug sich die Vernünftigen einig sind, ist ihre Religion, sodaß die Philosophen sich einig sind, daß es keine bessere Religion auf der Welt gibt, als diese, und die Beweise für die Notwendigkeit, ihr zu folgen, sind bereits erbracht.

 

Sodann werden diese Länder nicht aufhören, in ihren Händen zu bleiben. Die Küste, ja auch Zypern, wurden erst vor weniger als 300 Jahren von ihnen genommen, und der Prophet -Allah segnete ihn und gab ihm Friede- versprach ihnen, daß sie bis zum Tag der Auferstehung Siege erlangen werden. Ist also der König davor sicher, daß der Herr der Menschen und Länder Sich für diese ungerecht behandelten Gefangenen in seinem Land rächen wird, wie Er Sich für andere rächte? Und was macht ihn so sicher davor, daß die Muslime vom Eifer ihres Islam ergriffen werden und dadurch erreichen, was sie bei anderen erreichten? Und wenn wir vom König und seinen Gefährten sehen, was gut ist, behandeln wir sie gut; und wenn nicht, so hilft Allah denen, die angegriffen werden.

Du weißt, daß dies für die Muslime eine der leichtesten Sachen ist, und ich beabsichtige nur, mit dem Besten zu euch zu reden und beim Nachdenken in Bezug auf Wissen, Befolgen der Wahrheit und Tun des Gebotenen behilflich zu sein. Wenn beim König jemand ist, dessen Verstand und Religion er vertraut, so soll er mit ihm die Grundlagen des Wissens und der Wahrheiten der Religionen erforschen und sich nicht damit abfinden, zu jenen nur der Tradition folgenden Christen zu gehören, die weder hören noch verstehen; sondern sie sind wie Vieh, ja noch weiter vom Weg abgeirrt.

Die Voraussetzung dafür ist, daß du Allah um Hilfe bittest und um Rechtleitung fragst und sagst: O Allah, zeig mir die Wahrheit als Wahrheit und hilf mir, sie zu befolgen, und zeig mir die Falschheit als Falschheit und hilf mir, sie zu meiden, und mache es mir nicht zweifelhaft, sodaß ich dem Gutdünken folge und irregehe. Und sage: O Allah, Herr Gabriels, Michaels und Israfils, Schöpfer der Himmel und der Erde, Kenner des Verborgenen und des Sichtbaren, Du richtest zwischen Deinen Sklaven in Bezug auf das, worin sie uneins zu sein pflegten; rechtleite mich durch Deine Erlaubnis zu dem von der Wahrheit, worüber sie uneins sind, denn Du rechtleitest, wen Du willst, auf einen geraden Weg.

Der Brief kann nicht ausführlicher sein als das, doch will ich für den König nur, was ihm im Diesseits und Jenseits nützt, und das sind zwei Dinge: Das erste ist nur für ihn, und es ist seine Kenntnis der Wissenschaft und der Religion und die Erforschung der Wahrheit und Beseitigung des Zweifels und der Dienst an Allah, so wie Er ihn befahl; und das ist besser für ihn als die Herrschaft über die ganze Welt, und das ist es, womit der Messias entsandt wurde und was er die Jünger lehrte. Das zweite ist für ihn und die Muslime, und es ist seine zufriedenstellende Behandlung der Gefangenen in seinem Land und seine Güte ihnen gegenüber und daß er seinen Untergebenen befiehlt, ihnen gegenüber Güte zu zeigen und uns bei der Freilassung zu helfen. Denn in ihrer schlechten Behandlung liegt ein Schaden für den König in Bezug auf seine Religion und Religion Allahs, des Erhabenen, und ein Schaden seitens der Muslime, und darin, bei ihrer Befreiung zu helfen, liegt Gutes für ihn in Bezug auf seine Religion und die Religion Allahs des Erhabenen und bei den Muslimen, und der Messias hat am deutlichsten unter den Menschen dazu ermahnt.

Es ist äußerst verwunderlich, daß die Christen Leute, heimtückisch oder auch nicht, gefangennehmen, die sie nicht bekämpfen, während der Messias sagt: "Wenn dich einer auf deine rechte Wange schlägt, so halte ihm deine linke Wange hin, und wenn jemand dir dein Übergewand nimmt, so gib ihm dein Hemd." Jedesmal, wenn die Gefangenen bei euch mehr werden, nimmt der Zorn Allahs und Seiner muslimischen Sklaven zu. Wie kann über die Gefangenen von den Muslimen auf Zypern Schweigen herrschen, insbesondere wenn die Mehrzahl dieser Gefangenen Arme und Schwache sind, um die sich keiner kümmert. Obwohl dieser Abu al-Abbas zu den Frommen der Muslime gehört und viel betete und arm und alt ist, wurde er doch mit Gewalt befreit. Die Religion des Islam befiehlt uns, den Armen und Schwachen zu helfen, und es obliegt dem König aus vielen Gründen am meisten, sich darin zu bemühen, insbesondere weil der Messias dazu im Evangelium ermahnte und allgemeine Barmherzigkeit und umfassende Güte - gleich der und dem Regen - befahl. Wenn der König und seine Gefährten uns bei der Freilassung der Gefangenen helfen und gut zu ihnen sind, so ist dies ein Glück für sie im Diesseits und im Jenseits. Was das Jenseits betrifft, so wird Allah dies belohnen, worüber die christlichen Gelehrten, die nicht der Neigung folgen, keinen Zweifel haben. Ein jeder, der Allah fürchtet und gerecht ist, weiß, daß sie zu Unrecht gefangengenommen wurden, insbesondere die, die heimtückisch ergriffen wurden, und Allah, der Erhabene, befahl weder dem Messias noch irgendeinem von den Jüngern noch irgendjemandem, der dem Messias in seiner Religion folgt, die Angehörigen der Religion Abrahams gefangenzunehmen oder zu töten. Wie sollte dies möglich sein, wo die Mehrheit der Christen bestätigt, daß Muhammad der Gesandte der Schriftunkundigen ist. Wie steht es ihnen dann an, Angehörige einer Religion zu bekämpfen, die ihrem Gesandten folgen....

Es wird unter den Christen immer wieder Könige, Priester, Mönche und Untertanen geben, die anderen in Bezug auf Kenntnis und Religion überlegen sind, sodaß sie einen Teil der Wahrheit kennen und vieles davon befolgen und über den Islam und seine Anhänger wissen, was andere nicht wissen, sodaß sie sie auf eine Art behandeln, die ihnen im Diesseits und Jenseits nützt. Sodann gibt es über die Freilassung der Gefangenen und den Lohn der Freilassung Aussagen der Propheten und Aufrichtigen, die dem, der sie sucht, bekannt sind. Was immer der König mit ihnen tut, es wird seinen Früchte tragen....

Sodann befinden sich in ihren Ländern Christen, die weitaus mehr sind als die Muslime bei ihnen, und unter ihnen sind Führer der Christen, derengleichen es am Meer nur wenige gibt, während sich unter den Gefangenen der Muslime niemand befindet, dessen die Muslime bedürften oder der ihnen nützt; wir bemühen uns um ihre Freilassung nur wegen Allah, dem Erhabenen, aus Barmherzigkeit für sie und um uns Ihm anzunähern am Tag, da Allah die Wahrhaften belohnen und den Lohn der Gutes Wirkenden nicht verlorengehen lassen wird.

Abu al-Abbas, der Überbringer dieses Briefes, hat bereits die Wertschätzung des Königs und seiner Brüder bei uns und die Zuneigung unserer Herzen für ihn kundgetan, und deswegen schrieb ich dem König, als ich von seiner guten Absicht und seinem Hang nach Wissen und Religion erfuhr, und ich gebe dem König und seinen Gefährten im Namen des Messias und aller übrigen Propheten Rat und bitte für sie um Gutes: Denn wahrlich, die Gemeinschaft Muhammads ist die beste für die Menschen hervorgebrachte Gemeinschaft; sie wollen für die Menschen Gutes im Diesseits und im Jenseits, befehlen das Rechte und verbieten das Schlechte und rufen sie zu Allah und helfen ihnen zum Wohl ihrer Religion und ihrer weltlichen Angelegenheiten. Wenn der König bereits etwas an Meldungen erfahren hat, die Beleidigungen einiger von ihnen und ihrer Religion enthalten, so waren diese Meldungen erlogen oder er hat ihre Bedeutung nicht verstanden und legte sich das Bild dessen, was war, zurecht. Sollten sie aufgrund von Übertretung, Schlechtigkeit und Unrecht bei manchen von ihnen zutreffen, so gibt es dies zweifellos in jeder Gemeinschaft; doch was bei den Muslimen an Schlechtem zu finden ist, ist weniger, als was es zahlreich bei anderen gibt, und was es unter ihnen Gutes gibt, findet sich desgleichen nicht bei anderen.

Der König und jeder Verständige wissen, daß die meisten Christen die Lehren des Messias und der Jünger und der Briefe Paulus und anderer Heiliger verlassen haben. Ihr Christentum besteht überwiegend aus Weintrinken, Schweinefleischessen, Kreuzesverehrung und erfundenen Gesetzen, worüber Allah keine Vollmacht herabsandte, und manche von ihnen gestatten sogar etwas von dem, was das Gesetz des Christentums verwehrte. Das findet sich in dem, was sie selbst bestätigen. Was das Abweichende betrifft, das sie nicht bestätigen, und das trifft auf sie alle zu, so wurde es doch bei uns durch den wahrhaften bewahrheiteten Gesandten Allahs -Allah segnete ihn und gab ihm Friede- bekräftigt: Daß der Messias Jesus, der Sohn der Maria, bei uns auf dem weißen Minarett in Damaskus seine Hand auf die Schulter zweier Engel legend herabsteigen und das Kreuz zerbrechen, die Schweine töten, die Schutzsteuer auferlegen und von niemanden etwas anderes als den Islam akzeptieren wird. Und er wird den falschen Messias, den einäugigen Schwindler, dem die Juden folgen, bis daß die Bäume und Steine sagen werden, o Muslime, hinter dir ist eine Jude, so töte ihn. Und Allah wird sich für den Messias, Sohn der Maria, den Messias der Rechtleitung, an den Juden rächen dafür, daß sie ihn peinigten und leugneten, als er zu ihnen gesandt ward....

Mein Rat ist, daß wenn immer einer den Muslimen etwas Gutes tut und sich ihnen gegenüber barmherzig zeigte, so erhält er mit ihnen guten Lohn im Maße dessen, was er an gutem tat, denn Allah sagte:

 

Wer auch nur eines Stäubchens Gewicht Gutes tut, der wird es dann sehen. [99:7]
Und wer auch nur eines Stäubchens Gewicht Böses tut, der wird es dann sehen. [99:8]

Ich schließe den Brief mit der Ermahnung, Abu al-Abbas und andere von den Gefangenen gut zu behandeln und Milde gegenüber denen, die von den Qur´an Gelehrten unter ihnen sind, zu zeigen, und nicht zu versuchen, den Glauben eines von ihnen zu ändern. Der König wird bald den Ausgang all dessen sehen, und wir werden dem König das, was er tut, um ein Vielfaches vergelten. Und Allah weiß, daß ich für den König Gutes will, weil Allah, der Erhabene, uns dies befahl und uns zum Gesetz machte, für jeden Gutes zu wollen und mit den Geschö0fen Allahs barmherzig zu sein und sie zu Allah und Seiner Religion zu rufen und die Satane unter den Menschen und den Ginn (Ginn sind aus Feuer geschaffene Geistwesen, die gleich den Menschen mit freiem Willen ausgestattet sind, sodaß es unter ihnen gute, gläubige und böse, ungläubige gibt.) von ihnen abzuhalten.

Allah ist er, den wir bitten, dem König zu dem zu verhelfen, was ihm nützt - was bei Allah als Nutzen gilt -, und ihn sagen zu lassen, was bei Allah als gut gilt, und ihn sein Leben mit einem guten Ende beschließen zu lassen. Und alles Lob ist für Allah, den Herrn aller Welten, und Sein Segen komme über Seine gesandten Propheten und insbesondere Muhammad, das Siegel der Propheten und Gesandten, und Friede sei mit ihnen allen.

Aufl. 1984 Darunnur
Offsetdruckerei und Verlag GmbH
ISBN 3-88969-001-7