Das Zeugnis der Bibel - Einleitung

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Einleitung
Allah hat zu jeder Zeit den Menschen durch Seine Rechtleitung den Weg gewiesen. Dieser Weg war und ist trotz Verschiedenheiten im einzelnen stets derselbe: Die alleinige Anbetung Allahs, des Schöpfers der Himmel und der Erde, und der Dienst an Ihm. „Die Religion bei Allah ist der Islam“, heißt es in Vers 19 der Sure 2, Al 'Imran. Islam bedeutet die völlige Hingabe an und Unterwerfung unter Allah, wodurch der Mensch Friede mit seinem Schöpfer, mit sich selbst und mit seiner Umwelt erreicht; ein Friede, der auf der Anerkennung des Schöpfers und Seinem Lobpreis gründet. So sind die Gläubigen zueinander Brüder, Freunde und Beschützer, während die Ungläubigen, die durch ihr Verhalten die Harmonie im Leben stören und den Zorn des Schöpfers herabrufen, zu meiden, zurückzuweisen und zu bekämpfen sind. Mit dieser Lehre sind all die zahlreichen Propheten entsandt worden, von denen uns manche namentlich bekannt, zahlreiche aber gänzlich unbekannt sind. Doch wir wissen, daß keiner von ihnen je zu etwas anderem aufgerufen hat. Deswegen erkennen wir sie alle ausnahmslos an und machen diesbezüglich keinen Unterschied zwischen ihnen. Der Neid und die Eifersucht trieben die Menschen jedoch dazu, mit dem Gnadengeschenk des Herrn, der göttlichen Rechtleitung, zu geizen. Jede Gruppe unter ihnen wollte allein im Besitz der göttlichen Rechtleitung sein, begann das von Allah offenbarte Wissen zu verbergen und gönnte anderen keinen Anteil daran. Die Geschichte der Juden, der Kinder Israels, ist dafür ein allen bekanntes Beispiel, das im Qur'an häufige Erwähnung findet. Ihr Stolz trieb sie dazu, sich für das auserwählte Volk zu halten, das Allah nicht bestrafen werde, und sie wandelten Allahs Gesetze und Offenbarungen zu ihren Gunsten ab und interpretierten sie nach eigenem Belieben. Sie lehnen Allahs Gesandte und deren Botschaft ab, nur weil sie es nicht ertragen können, daß Allahs Gnade und Barmherzigkeit allumfassend ist und nicht nur ihnen gilt.

Wir Muslime könnten es nun bei der reinen Anerkennung sämtlicher vorangegangenen Propheten und Offenbarungsschriften bewenden lassen; sie sind für uns über die darin erkennbare unerschöpfliche Gunst des Schöp­fers gegenüber Seinen Geschöpfen hinaus, denen Er unablässig trotz ihres beständigen Ungehorsams immer wieder den Weg zeigt, nur von historischem Interesse. Wir haben den Qur'an als letzte, vollkommene Rechtleitung von Allah, darin nichts ausgelassen ist. Wir betrachten alles Vorangegangene im Lichte dieser segensreichen Botschaft und sind gewiß, daß uns darin der wahre Sachverhalt geschildert wird, weshalb wir des Studiums der vorangegangenen Schriften nicht bedürfen, um den Weg zu kennen.

Als in nicht-islamischer Umgebung unter denen Lebende, die von sich behaupten, der Lehre Mosis und Jesu zu folgen, ist der Blick in deren Bücher aber doch lohnenswert und von aktueller Bedeutung. Denn es gehört zu unseren Aufgaben, sie mit der Wahrheit in Berührung zu bringen. Wenn wir nun über diese Wahrheit Hinweise in den Schriften finden, auf die sie sich berufen, so mag das helfen, ihnen die Augen zu öffnen. Das Fremde ruft erst einmal Angst und Distanz hervor. Begegnet es uns aber in vertrautem Gewand, so sind wir eher in der Lage, es aufzunehmen. Können wir also dem Bibelgläubigen in seinem eigenen Buch Teile der qur'anischen Wahrheit auftun, so mag er geneigt sein, auch den Rest dieser Wahrheit hören zu wollen.

Vor einem aber möchte ich vorneweg ausdrücklich warnen: Mit Andersgläubigen auf der Basis der Bibel zu diskutieren. Unser Maßstab ist der Qur'an . Wenn wir in der Bibel zahlreiche wahre, vom Qur'an bestätigte Stellen finden, so wissen wir doch zugleich, daß es darin ebensoviel, ja weitaus mehr erdichtete und falsche Aussagen gibt. Die Bibel ist ein Sammelsurium von Offenbarungsfragmenten, Interpretationen derselben, geschichtlichen Berichten und menschlicher Erfindung. Allah allein weiß, welcher Satz davon auf eine Offenbarung Seinerseits und was auf menschliche Phantasie zurückgeht. Ein solches Buch kann nicht die rechte Grundlage für die Wahrheitsfindung sein. Allah teilt uns im Qur'an an mehreren Stellen mit, wie die dem Qur'an vorausgehenden Offenbarungsschriften Fälschungen ausgesetzt warm. Und auch die Bibel gibt darüber Auskunft: In Jeremia 8;8 heißt es: „Wie könnt ihr sagen: »Wir sind weise und haben das Gesetz des Herrn bei uns«? Ist's doch lauter Lüge, was die Schreiber daraus machen.“