Riyad us-Salihin

Riyad us Salihin "Gärten der Tugendhaften" (Band I)
Dieses Werk umfasst thematisch geordnet, einschlägige Berichte aus dem Leben des Propheten Muhammad (Allah Segen und Frieden auf ihm) und wurde im 13. Jahrhundert durch den großen islamischen Gelehrten Imam Abi Zakariya Yahya Bin Sharaf An-Nawawi zusammengestellt.

Buchbestellung und Preisliste: www.Muslim-Buch.de
ISBN: 3-926575-44-1
Verlag: SKD Bavaria, 664 Seiten, B/H 17,5 x 24,5 cm   Autor: Imam An-Nawawi

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Kapitel: Aufrichtigkeit und gute Absicht (Niyya) in allen offenbaren und geheimen Taten und Äußerungen

Hadithe Gesamtanzahl 12     Angezeigt: 11-20 


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Abul-Abbas Abdullah ibn Abbas ibn Abdul-Muttalib (r) erzählte, dass der Gesandte Allahs (s) von seinem Herrn, dem Gesegneten und Erhabenen, berichtete, dass Er (Allah) gesagt hat: "Allah hat die guten und die schlechten Taten niedergeschrieben." Dann erklärte er dies: "Wer etwas Gutes beabsichtigt und es nicht durchführen konnte, dem hat Allah dies bei Sich als volle gute Tat angerechnet. Hat er es durchführen können, dann rechnet Allah ihm dies bei Sich als zehn gute Taten, bis zum siebenhundertfachen und bis zum vielfachen (davon), an. Und wer etwas Schlechtes beabsichtigt, es aber nicht durchgeführt hat, dem wird dies als vollendete gute Tat bei Allah, dem Erhabenen, angerechnet. Hat er diese schlechte Tat jedoch ausgeführt, so rechnet Allah ihm dies als eine einzige schlechte Tat an." (Al-Bukhari und Muslim)

[Riyad us-Salihin Nr. 11]


Abu Abdur-Rahman Abdullah ibn Umar ibn al-Khattab (r) erzählte, dass er den Gesandten Allahs (s) folgendes Gleichnis erzählen hörte: Einst waren drei Männer unterwegs. Sie mussten die Nacht in einer Höhle verbringen. Ein Felsstück glitt von dem Berg herunter und blockierte den Höhlenausgang. Sie waren sich einig, dass es nur einen einzigen Weg zur Befreiung gab, nämlich zu Allah zu flehen, im Namen ihrer guten Taten. Daraufhin flehte einer von ihnen demütig: "Oh Allah! Meine Eltern waren sehr alt; ich pflegte ihnen ihren nächtlichen Trank Milch vor meinen Kindern und den anderen Familienmitgliedern anzubieten. Eines Tages war ich auf der Suche nach grünen Bäumen und konnte erst zurückkehren, nachdem meine Eltern eingeschlafen waren. Als ich die Tiere gemolken hatte und meinen Eltern den Nachttrunk brachte, schliefen sie fest; doch wollte ich sie nicht stören und auch nichts von der Milch meinen Kindern oder anderen Familienmitgliedern geben, bevor nicht meine Eltern ihren Trank gehabt hätten. Also wartete ich mit dem Gefäß in der Hand auf ihr Erwachen bis zum Beginn der Morgenröte, während die Kinder zu meinen Füßen vor Hunger jammerten. Als sie erwachten, bekamen sie ihren Trank. Oh Allah! Wenn ich dieses tat, nur um Dein Wohlgefallen zu erlangen, dann befreie uns von diesem Übel, das uns durch diesen Felsen auferlegt wurde." Da bewegte sich der Fels ein wenig, aber nicht genug, um sie heraus zu lassen. Dann flehte der zweite: "Oh Allah! Ich hatte eine Cousine, die ich leidenschaftlicher liebte, als je ein Mann eine Frau geliebt hat. Ich versuchte sie zu verführen, aber sie wollte nichts von mir wissen. Während einer großen Hungersnot kam sie zu mir und bat mich um Hilfe. Ich bot ihr einhundertzwanzig Dinare, unter der Bedingung, dass ich mit ihr Geschlechtsverkehr ausüben dürfe. Sie stimmte zu, und als ich gerade mit ihr Verkehr haben wollte, bat sie eindringlich: 'Fürchte Allah, und brich das Siegel nicht ungesetzmäßig!***". Ich ließ sie unberührt und überließ ihr das ganze Gold, und sie ist für mich der liebste Mensch auf Erden. Oh Allah! Wenn ich dies tat, allein um Dein Wohlgefallen zu erlangen, so bewege das Unglück und erlöse uns!" Wieder bewegte sich der Felsen ein wenig, doch nicht genug, um sie hinaus zu lassen. Dann bat der Dritte: "Oh Allah! Ich beschäftigte einige Tagelöhner und bezahlte ihnen ihren Lohn, doch einer von ihnen ging fort und ließ seinen Lohn bei mir. Sein Geld investierte ich, und es vermehrte sich gewaltig. Nach einer Zeit kam der Lohnarbeiter zurück und sagte: 'Oh Diener Gottes, übergib mir meinen Lohn!' Ich sagte zu ihm: 'Alles was du siehst ist dein: Kamele, Rinder, Ziegen, Schafe und Sklaven.' Er sagte: 'Verhöhne mich nicht, oh Diener Allahs!' Ich versicherte ihm: 'Ich mache keinen Spaß.1 So nahm er alles mit, ohne etwas zu hinterlassen. Oh Allah! Wenn ich dies tat, nur um Dein Wohlgefallen zu erlangen, dann erleichtere uns und nimm von uns unsere Last!" Der Fels bewegte sich nun fort, und alle drei verließen die Höhle unversehrt. (Al-Bukhari und Muslim)

***Das heißt: begehe keinen Ehebruch!

[Riyad us-Salihin Nr. 12]



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