Riyad us-Salihin

Riyad us Salihin "Gärten der Tugendhaften" (Band I)
Dieses Werk umfasst thematisch geordnet, einschlägige Berichte aus dem Leben des Propheten Muhammad (Allah Segen und Frieden auf ihm) und wurde im 13. Jahrhundert durch den großen islamischen Gelehrten Imam Abi Zakariya Yahya Bin Sharaf An-Nawawi zusammengestellt.

Buchbestellung und Preisliste: www.Muslim-Buch.de
ISBN: 3-926575-44-1
Verlag: SKD Bavaria, 664 Seiten, B/H 17,5 x 24,5 cm   Autor: Imam An-Nawawi

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Kapitel: Hoffnung (auf Allah)

Hadithe Gesamtanzahl 28     Angezeigt: 21-30 


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Abu Musa al-Asch'ari (r) erzählte, dass der Gesandte Allahs (s) gesagt hat: "Am Tage des Gerichts wird Allah für jeden Muslim einen Juden oder einen Christen nehmen und sagen: 'Er ist deine Erlösung vom Höllenfeuer.'"

Eine andere Version lautet: "Am Tage des Gerichts werden einige Muslime kommen mit Sünden, aufgehäuft wie Berge, und Allah wird ihnen allen vergeben." (Muslim)

Die Bedeutung dieses Hadithes wird in der Überlieferung von Abu Huraira (r) verdeutlicht, in der es heißt: Der Prophet (s) sagte: "Für jeden von euch gibt es ein Haus im Paradies und ein Haus im Höllenfeuer. Wenn der Gläubige das Paradies betritt, wird ein Ungläubiger sein Nachfolger im Höllenfeuer sein, da er dieses mit seinem Unglauben verdient hat."

[Riyad us-Salihin Nr. 432]


Es erzählte Ibn Umar (r), dass er den Gesandten Allahs (s) sagen hörte: "Ein Gläubiger wird seinem Herrn (Allah) am Tage des Gerichts nahe gebracht, und Er wird ihn mit Seiner Gnade bedecken. Er wird ihn nach seinen Sünden fragen: 'Erinnerst du dich an das und das?' Er wird antworten: 'Oh mein Herr, ich erkenne sie.' Dann wird Er sagen: 'Ich verdeckte sie für dich im Diesseits, und heute verzeihe Ich sie dir.' Dann werden ihm seine guten Taten unterbreitet." (Al-Bukhari und Muslim)

[Riyad us-Salihin Nr. 433]


Es erzählte Abdullah ibn Mas'ud (r), dass ein Mann eine fremde Frau geküsst hatte und zum Propheten (s) kam und seine Schuld eingestand. Zu dieser Zeit offenbarte Allah den Qur’anvers: "Und verrichtet das Gebet an den beiden Enden des Tages und in den ersten Stunden der Nacht. Wahrlich, die guten Taten nehmen die schlechten hinweg. Dies ist eine Ermahnung für solche, die bereit sind, sich ermahnen zu lassen." (Sure 11:114)

Der besagte Mann fragte: "Oh Gesandter Allahs (s), ist dieser Qur’anvers für mich?" Er (s) antwortete: "Für meine ganze Gemeinde (Umma)." (Al-Bukhari und Muslim)

[Riyad us-Salihin Nr. 434]


Es erzählte Anas (r), dass ein Mann zu dem Propheten (s) kam und sagte: "Oh Gesandter Allahs (s), ich habe ein großes und zu bestrafendes Verbrechen begangen, nun bestrafe mich bitte dafür." Weil Gebetszeit war, betete der Mann mit dem Propheten (s). Nach dem Gebet sagte der Mann wieder zum Propheten (s): "Oh Gesandter Allahs (s), ich habe ein schwerwiegendes Verbrechen begangen, bitte bestrafe mich dafür, wie im Buche Allahs vorgeschrieben." Der Prophet (s) fragte ihn: "Hast du mit uns das Gebet verrichtet?" Er antwortete: "Ja." Der Prophet (s) sagte: "Dann ist dir vergeben." (Al-Bukhari und Muslim)

Die hier erwartete Strafe bezieht sich nicht auf Ehebruch, Alkoholkonsum oder ähnliches, da die Strafen, die bei derartige Verbrechen verhängt werden, nicht durch das Gebet erlöschen. Das in diesem Hadith erwähnte Verbrechen ist eine Sünde, die der Stärkung bedarf.

[Riyad us-Salihin Nr. 435]


Ebenfalls von Anas (r) wird überliefert, dass der Gesandte Allahs (s) sagte: "Allah freut sich über Seinen Diener, der Nahrung zu sich nimmt und Ihn dafür preist und der Wasser trinkt und Ihn dafür preist." (Muslim)

[Riyad us-Salihin Nr. 436]


Hadith 437 ist eine Wiederholung von Hadith Nr. 16

[Riyad us-Salihin Nr. 437]


Abu Nudschaih Amru ibn Abasa as-Salami (r) erzählte folgende Geschichte: Bevor ich den Islam angenommen hatte, war ich schon der Meinung, dass die Menschen in die Irre gegangen sind und keiner wahren Religion folgen. Sie pflegten Götzen anzubeten. Nach einiger Zeit hörte ich von einem Mann aus Mekka, der Neues erzählte. Ich bestieg mein Kamel und begab mich zu ihm. Ich kam zu ihm und stellte fest, dass er sich gerade von den unverschämten Verfolgern aus seinem eigenen Stamme fern hielte. Mit einigem Geschick gelang es mir, ihn in Mekka zu treffen. Ich fragte ihn: "Wer bist du?" Er sagte: "Ich bin ein Prophet." Dann fragte ich: "Was ist ein Prophet?" Er sagte: "Allah, der Erhabene, hat mich gesandt." Ich fragte weiter: "Womit hat Er dich gesandt?" Er sagte: "Er hat mich gesandt, um die Verwandtschaftsbande zu pflegen, die Götzenbilder zu zerstören und zu verkünden, dass Allah ein Einziger ist und dass es nichts Verehrungswürdiges neben Ihm gibt." Ich fragte: "Wer sind deine Gefolgsleute?" Er sagte: "Ein Freier und ein Sklave". Dies waren Abu Bakr und Bilal (r). Ich sagte: "Ich folge dir." Er sagte: "In der gegenwärtigen Lage kannst du das nicht. Siehst du nicht meine momentane Lage und das Verhalten der Leute? Geh zurück zu deinen Leuten, und wenn du hörst, dass mir mein Auftrag gelungen ist, dann komm zu mir." Ich kehrte also zu meinen Leuten zurück, und während ich bei ihnen war siedelte der Prophet (s) nach Medina über. Ich befragte die Leute weiterhin nach ihn, bis einige meiner Leute Medina besuchten. Als sie zurückkehrten, fragte ich sie: "Was macht der Mann, der jüngst nach Medina gekommen ist?" Sie sagten: "Die Leute laufen ihm zu (um seinen Glauben anzunehmen). Obwohl sein eigenes Volk versuchte, ihn zu töten, gelang es ihnen doch nicht." Da begab ich mich nach Medina und zeigte mich dem Propheten (s) und unterbreitete: "Oh Gesandter Allahs (s), erkennst du mich?" Er sagte: "Ja, du bist derjenige, den ich in Mekka traf." Ich sagte: "Oh Gesandter Allahs (s), erzähle mir das, was Allah dich gelehrt hat und was ich nicht weiß. Erzähle mir über das Gebet!" Er sagte: "Verrichte das Morgengebet und höre auf zu beten bis die Sonne hoch steht in Speereslänge, denn zu der Zeit erhebt sie sich zwischen den Hörnern des Teufels, wenn die Ungläubigen sich davor niederwerfen.*** Danach bete, das Gebet wird von den Engeln bezeugt bis der Schatten des Speers der Länge eines Speers gleicht. Dann halte dich wiederum vom Gebet fern, denn das Feuer der Hölle wird zu dieser Zeit mit Brennmaterial versorgt. Wenn der Schatten länger wird, dann bete, und das Gebet wird von den Engeln bezeugt bis zur Zeit des Nachmittagsgebets. Nach dem Nachmittagsgebet halte dich vom Gebet fern, bis die Sonne untergegangen ist, denn sie geht zwischen zwei Teufelshörnern unter und die Ungläubigen werfen sich um diese Zeit davor nieder." Da sagte ich: "Oh Gesandter Allahs (s), bitte erzähle mir von der rituellen Waschung!" Er sagte: "Wenn ein Mensch mit der Waschung beginnt und seinen Mund ausspült und seine Nase reinigt, werden die Sünden seines Mundes und seiner Nase weggespült. Wenn er dann sein Gesicht wäscht, wie Allah es befohlen hat, werden die Sünden seines Gesichts mit Wasser durch seinen Bart fortgespült. Dann wäscht er seine Hände bis zum Ellenbogen hinauf, und die Sünden seiner Hände werden mit Wasser durch seine Finger hindurch fortgespült. Dann fährt er mit den nassen Händen über seinen Kopf, und die Sünden seines Kopfes werden über die Enden seiner Haare mit Wasser fortgespült. Dann wäscht er seine Füße bis zu den Knöcheln, und die Sünden seiner Füße werden mit Wasser durch seine Zehen fortgespült. Wenn er dann zum Gebet aufsteht und Allah preist und Ihn verherrlicht und sein Herz Allah ganz hingibt, dann geht er ohne Sünden daraus hervor, so wie am Tag als seine Mutter ihn gebar.
Als Amru ibn Abasa (r) diesen Hadith dem Abu Umama (r), dem Gefährten des Propheten (s), erzählte, sagte dieser zu ihm: "Oh Amru ibn Abasa, sei vorsichtig mit dem, was du an dieser Stelle über das, was der Mann alles erhielt, erzählst." Amru erwiderte: "Oh Abu Umama, ich habe ein hohes Alter erreicht, meine Knochen sind trocken geworden, mein Tod naht, und ich habe es ist nicht nötig, über Allah und Seinen Gesandten (s) Lügen zu erzählen. Wenn ich es nicht vom Propheten (s) einmal, zweimal, dreimal (und er zählte weiter bis siebenmal) gehört hätte, hätte ich es niemals weiter erzählt. Tatsächlich habe ich es noch öfter gehört." (Muslim)

*** Das Gebet zur Zeit des Sonnenhöchststandes ist im Islam ebenso wie das Gebet während des Sonnenauf- und -Untergangs verboten, da dies die Zeitpunkte der Gebete der Sonnenanbeter waren.

[Riyad us-Salihin Nr. 438]


Es überliefert Abu Musa al-Asch'ari (r), dass der Prophet (s) sagte: "Wenn Allah, der Erhabene, einem Volk Barmherzig ist, lässt Er den Propheten dieses Volkes vor dem Volk sterben und macht Ihn zum Vorboten und Vorbild für das Volk, und wenn Er die Zerstörung eines Volkes bestimmt, bestraft Er es, während sein Prophet noch lebt, und zerstört es zu seinen Lebzeiten, damit der Prophet an der Bestrafung des undankbaren Volkes Gefallen findet, weil es ihn zurückwies und seinen Befehlen nicht gehorchte." (Muslim)

[Riyad us-Salihin Nr. 439]



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